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Der Experte sagt: "PC-Spiele sind wie Heavy Metal"

Saturday, August 23. 2008
Heute wurde ich mal wieder von einer interessanten Überschrift in meinem RSS-Reader dazu verleitet, die Anzahl der Page-Impressions auf sueddeutsche.de zu erhöhen: "PC-Spiele sind wie Heavy Metal".

Leider ist der eigentliche Vergleich, den der Medienwissenschaftler Stephan Günzel dann zieht, ziemlich banal:

"Die Entwicklung, die wir bei diesem Medium jetzt haben, entspricht in etwa dem des Heavy Metal. Heute gibt es zwar mehr Bands, die diese Musik machen, und mehr Menschen, die sie hören, als in den 1980ern - aber neu ist der Stil nicht mehr."


Aha. Wieder was gelernt. Ob man für diese Erkenntnis Medienwissenschaft studiert haben muss? Spontan fällt mir übrigens direkt eine weitere Parallele ein: Früher wurde vieeeel mehr Wert auf tolles Gameplay gelegt, heute wird in Sachen Grafik und Sound geklotzt, um mangelhaftes Gameplay zu kaschieren. Im Heavy Metal wäre so etwas natürlich undenkbar - mit immer gleich klingenden, glattgebügelten Bombast-Produktionen bar jeglicher Dynamik und Lebendigkeit würden Metal-Bands niemals nie versuchen, über ihr ideenloses Songwriting hinwegzutäuschen...

Eine Runde Bedauern für die Universal Music Group

Tuesday, November 27. 2007
Via Jonathan Coulton stieß ich gerade auf einen aktuellen Wired-Artikel über Doug Morris, Geschäftsführer der Universal Music Group. Höhepunkt der erschreckend absurden Aussagen: Man habe die digitale Revolution nicht verpasst. Man habe schlichtweg nicht gewusst, was man hätte tun sollen. Denn in der Plattenindustrie hätte es niemanden gegeben, der sich mit Technik auskennt. Und man wäre auch nicht in der Lage gewesen, kompetentes Personal zu identifizieren und einzustellen. Aaaaaaah.

Telefonterror

Tuesday, November 6. 2007

Obwohl Steve Harris gelassen zu Protokoll gibt, dass IRON MAIDEN das Thema bereits 1982 mit "The Number Of The Beast" erschöpfend behandelt haben, stehen die letzten Wochen des Metal-Jahres 2007 ganz im Zeichen der Telekommunikation. Hier die wichtigsten Meldungen im Überblick:

  • GAMMA RAY ändern im letzten Augenblick den Titel ihres neuen Albums in "Land Of The Free Calls" um. Fanclub-Mitglieder können an einem exklusiven Gewinnspiel teilnehmen. Der Gewinner darf vorab mit Schlagzeuger Dan Zimmermann am Telefon über das Album, seine andere Band FREEDOM CALL und die Handynummer von Kai Hansen reden. Höhepunkt der HELLOWEEN/GAMMA RAY-Tour ist erwartungsgemäß die allabendliche Reunionseinlage "Ride The Skype". Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft werden zudem die beiden HELLOWEEN-Alben "Master Of The Ring Tones" und "Tele Don't Kom Easy" neu aufgelegt.
  • HAMMERCALL nehmen ihr siebtes Studio-Album mit dem Arbeitstitel "Homezone Of The Brave" in Angriff. Im Nuclear Blast-Shop kann man bereits jetzt die Stahlbox-Edition vorbestellen, die neben dem Album eine zweite CD enthalten wird, auf der Joacim Cans 25 Minuten lang das Freizeichen nachsingt.
  • Der limitierten Erstauflage des neuen Progrock-Konzeptdoppelalbums "Conversations With The Lord" von NEAL MORSE liegen Gutscheine für fünf Freigebete bei. Morse ist außerdem der kreative Kopf einer neuen Supergruppe bestehend aus ihm, Roine Stolt (Gitarre, FLOWER KINGS), Pete Trewavas (Bass, MARILLION) und Lars Ulrich (Schlagzeug, METALLICA). Das Projekt mit dem Namen UMTS wird als erstes musikalisches Lebenszeichen eine Single mit einer progressiven Neufassung der Kultnummer "The Call Of Cthulu" rausbringen.
  • CHARLIE DOMINICI legt mit "O³" den letzten Teil seiner Terroristen-Trilogie vor. Die Texte drehen sich um die letzten Handygespräche der Attentäter.
  • Nach erfolgreichen Alben wie "Dial Hard", "T." und "Phonerun" beschreiten GOTTHARD neue Wege in der Vermarktung ihrer Musik: Das neue Album "Flatrate" gibt es lediglich im Kombi-Pack Mobiltelefon/CD sowie für Traditionalisten Dosentelefon/Doppel-LP zu kaufen. Die Band erhofft sich dadurch eine Umsatzsteigerung im zweistelligen Bereich.
  • AGENT STEEL sind wieder auf Sängersuche. Bruce Hall hat die Band mit der Begründung verlassen, er wolle sich voll und ganz auf sein Solo-Projekt SETI konzentrieren und "nach Hause telefonieren".
  • Finnlands Exportschlager NOKIAWISH bereichert die Feiertage um eine weitere Auflage seines jüngsten Werks "Dark Passion Pay", auf der zusätzlich zum regulären Album eine Live-Version von "She Is My SIM" und die Orchester-Demo-MIDI-Klingeltonfassung von "SMS Of Wilderness" enthalten sind.
  • MOTÖRHEAD veröffentlichen ein astreines, rotziges Rockalbum.
  • PAIN OF SALVATION-Mastermind Daniel Gildenlöw löscht alle bisherigen Aufnahmen für das nächste Album und kündigt stattdessen eine CD mit den gesammelten Nachrichten seines Anrufbeantworters an. Seine Begründung: "Hier geht es nicht um irgendeinen kurzlebigen Trend, sondern um eine metasoziale Auseinandersetzung mit dem Karma unseres Publikums."
  • MANOWAR promoten ihre neue Single "Call-by-Call To Arms (live)" mit einem eigenen Festival. Joey DeMaio macht im Vorfeld bereits Schlagzeilen, weil er rechtliche Schritte gegen die Wagner-Erben in Bayreuth ankündigt, da ihm diese eine Direktverbindung zu Richard Wagner während des Auftritts - eigenen Angaben nach aus technischen Gründen - verwehren wollen.
  • FATES WARNING-Chefdenker Jim Matheos lässt verlauten, dass er in Zukunft keine Telefoninterviews mehr geben will. Gerüchten zufolge plant er eine Unplugged-Aufnahme des Albums "Disconnected".
  • Zuletzt kommt noch ein bislang unbetitelter Sampler zum Thema in die Regale, auf dem u.a. ANTHRAX ("Furnanikufesin"), T-COMMUNIC (TOTO-Cover "Hold The Line"), PRETTY MAIDS ("Red, Hotline & Heavy"), ANSWERING MACHINE HEAD (POLICE-Cover "Text Message In A Bottle"), SONATA ARCTICA ("Pre-Paid In Full") sowie RUNNING WILD (mit ihrer Anti-Telefonwerbung-Hymne "Bad To The Phone") zu hören sein werden.

Downloadsünder kommen in die Hölle

Friday, October 12. 2007
Dann und wann muss man sich ja auch über die Gegenseite informieren. So findet man folgende Aussage bei ROWE PRODUCTIONS, d.h. dem Verteilungskanal der christlichen Death Metaller MORTIFICATION, auf der Homepage:

"Thank you to all our supporters who have purchased a copy of our new "Live Humanitarian" CD. Let us keep the metal underground alive by committing ourselves to NEVER steal metal from the internet. It is not worth the possibility of going to hell for stealing just from being greedy!"

Klar, illegale Downloads sind nicht gerade das Coolste auf der Welt und tragen kaum zur Lebenserwartung des Metal-Undergrounds bei. Aber heisst das jetzt, dass all diese - sonst braven - Christen ebenfalls in die Hölle kommen, weil sie sich was von MORTIFICATION oder den anderen jesusmetal.com-Bands runtergeladen haben? Kann man die nicht ins Fegefeuer verfrachten? Schliesslich soll die Hölle schon richtigen Bösewichtern à la Blofeld und Satanisten vorbehalten sein. Vor allem, wenn man sich als Black Metaller schon in den 90ern ein Ticket in die Hölle besorgt hat - damals noch mit Frühbucherrabatt - um dann die Vorzüge des Lebens nach dem Tod inklusive Dauerbeschallung durch DARK FUNERAL, NIFELHEIM, BESATT & Co. zu geniessen und sich SOUTH PARK reinzuziehen. Durch das visionierte Höllenauffangbecken für gierige MORTIFICATION-Fans werden die vorzüge der finalen Destination
doch arg beschnitten...

No really. It's up to you

Friday, October 5. 2007
RADIOHEAD zeigen der Musikindustrie den Stinkefinger und machen deutlich, was sie von deren restriktiven DRM-Maßnahmen halten. Das neue Album "In Rainbows" erscheint zunächst als DRM-freier Download sowie als aufwändiges Vinyl-Boxset. Die reguläre CD-Version folgt erst Anfang des nächsten Jahres. Der Clou: Der Download funktioniert ähnlich dem Prinzip der Donationware, wie es einem bisweilen bei manchen Softwareanbietern begegnet. Der Kunde entscheidet somit selbst, wieviel er bereit ist für das Album zu zahlen, wobei der Mindestbetrag bei einigen Cents liegt. Man kann nur hoffen, dass die Rechnung "Vertrauen statt Kontrolle" voll auf geht.

Einen Unterschied zur Donationware gibt es hier übrigens doch noch: Bezahlt werden muss, bevor die Dateien heruntergeladen werden können. Es ist also auf legalem Weg nicht möglich, sich zunächst ein Urteil über die Musik zu bilden und aufgrund dessen zu überlegen, wieviel einem diese wert ist. Spannend und begrüßenswert ist dieser Schritt von RADIOHEAD aber meiner Meinung nach dennoch - auch völlig unabhängig davon, ob man mit der Musik der Briten etwas anfangen kann oder nicht.

I said I, I get it for free...

Wednesday, September 19. 2007
Ab sofort sind sämtliche Inhalte der New York Times online frei verfügbar - auch solche, die bislang auch in elektronischer Form nur kostenpflichtig verfügbar waren. Auch wenn die New York Times bemüht ist, das bisherige Modell als Erfolg zu verkaufen, so ist die Aussage dieses Schrittes ganz klar: Kostenpflichtige Online-Inhalte, insbesondere Online-Abonnements, rechnen sich nicht. Da laut Aussage der New York Times immer mehr Besucher über Google und Co. auf die Seite finden anstatt sie gezielt anzusteuern und dort für längere Zeit zu verweilen, lässt sich mit Banner-Werbung mehr Geld scheffeln als die vergleichsweise wenigen Online-Abonnenten hergeben. Was das Ganze für Vampster relevant macht? Von der Entscheidung geht definitiv eine Signalwirkung aus. Wenn selbst eine große und angesehene Zeitung wie die New York Times sich an die Kostenlos-Mentalität des Internets anpassen muss, dann scheint es wohl der einzig richtige Weg zu sein.

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