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Muppets sind Metal

Monday, April 14. 2008
Am Samstagabend sollte es statt dem lokalen Metalkonzert etwas anderweitig ausgerichtete Kultur sein. Also zuerst zur mit gepflegtem Bluegrass unterlegten Stand-Up Comedy vom ehemaligen PINK FLOYD-Sessionbassisten Guy Pratt und danach abspacen zum SIGUR ROS "Heima"-Musikfilm in der Nocturne. Nach soviel gepflegter Atmosphäre umringt von schmerzhaft normalen Menschen schreit das Herz nach einem Kontrastprogramm.

Also flugs zum lokalen Metalkonzert, um zu schauen, wer aus dem Freundeskreis an diesem Abend als Alkleiche endet. Und natürlich gibt es eine Diskussion, nach welcher man wieder um eine Metal-These reicher ist: Die Muppetshow ist Metal.

Folgende Videoclips gereichen zur Argumentation für diese These:
1. Welcher Metaldrummer wollte am Anfang seiner Tage NICHT wie Animal sein? Clip 1 beweist: keiner.



2. Wer wollte nicht sofort eine Viking Metal-Band gründen, nachdem er diesen Clip gesehen hat? Clip 2 beweist: keiner.



Dass die Sesame Street Metal ist, wird ebenfalls schon lange vermutet. Kein Wunder, wenn Ernie und Bert einem anhand von LAST DAYS OF HUMANITYs "A Divine Proclamation for Finishing the Present Existance" endlich erklären, was die Essenz des Brutal Death Metals ist (abgesehen von der Live-Umsetzung am MOUNTAINS OF DEATH-Festival):



I rest my case.

Couchmusiker vor: Punk-O-Matic

Monday, January 7. 2008
Punk-O-MaticPunkrock aus dem PC ist definitiv nicht punk, darüber brauchen wir glaube ich nicht diskutieren. Kann aber trotzdem Spaß machen. Zumindest mit Punk-O-Matic, einem Punkband-Generator mit Schlagzeugtrack und zwei Gitarrenspuren, die mit verschiedenen schrammeligen Pattern oder im Zufallsverfahren mit Riffs und Punkloops befüttert werden können. Sid Vicious würde sich vermutlich im Grabe umdrehen aber das ist mir jetzt ganz punkig einfach mal egal! ;)

Limited Editions - Und ihr dachtet wir Metaller wären bescheuert?!?

Monday, November 5. 2007

Neulich in der Köln-Marsdorfer Filiale einer größeren Elektronik Fachmarktkette. Da schlendert man nichts Böses ahnend mit "Live And Dangerous" von THIN LIZZY in der Hand zum reinhören zur CD-Info und da sticht einem plötzlich dieses Ding ins Auge. Es handelte sich bei diesem Augentöter um die Sonder-Edition des neuen SABRINA SETLUR Albums "Lauta". Abgesehen vom eindeutigen Mangel in Sachen deutscher Orthographie fiel einem dieses große Format auf. Denn diese, auf 200 Stück limitierte CD enthält ein von SABRINA SETLUR signiertes Bild im Format 50 x 50 cm sowie – und jetzt kommt der Knaller – einen SABRINA SETLUR-Telefon-Gutschein. Dieser lässt sich folgendermaßen verwenden:

1. Ein personalisierter Anrufbeantworter-Spruch von SABRINA SETLUR mit deinem gewünschten Text per mp3

Beispiel: "Ey, hier ist die Sabrina. Wenn du den Jupp sprechen willst, der ist in der Suppenküche der Heilsarmee weil er nach dem Kauf meiner letzten CD kein Geld mehr hatte"

2. Fünf Minuten telefonieren mit SABRINA SETLUR

Beispiel: "Ey, voll dufte, dass du mich reich gemacht hast und so. Bleib so cool wie du bist!"

3. SABRINA SETLUR ruft eine Person Deiner Wahl an.

Beispiel: "Hör mal Kleene, ich soll dir von deinem Freund sagen, dass Schluss ist und er seit drei Monaten deine beste Freundin pimpert."

Kostenpunkt für dieses sensationelle Paket: ca. 99 Euro. Da können Nuclear Blast und co ja noch richtig was lernen! Vielleicht kommt sie ja demnächst, die spezielle Tour-Edition der neuen NIGHTWISH mit einen Gutschein für einen Abend lang saufen mit Anette Olzon oder fünf Minuten kuscheln mit Tuomas Holopainen.

"Live And Dangerous", diesen Klassiker von einem Live-Album habe ich übrigens dann für sechs Euro mitgenommen. Man ist ja nicht so. Und da ich kein SABRINA SETLUR-Fan bin, hatte ich das Geld ja noch übrig.

Von Schulhöfen und Black Metallern

Saturday, November 3. 2007
Ich kann mich gut an die musikideologischen Kleinkriege auf den Schulhöfen der 80er erinnern. Im Kanton Zürich wurde dieses fakultative Fach unter dem Namen "Häwis gegen Räpper" abgehalten und die Beantwortung der Frage "Bisch en Häwi?" konnte physische Konsequenzen haben. Dank Grunge und kapitalistischem Markenverblödungwahnsinn verschwand dieses Gewissensfrage jedoch in den 90ern und die Häwis verzogen sich in den finsteren Underground. Oder verschwand sie gar nicht, sondern wurde einfach am Gymnasium nicht weiter ausgekämpft, da sich dort die Räpper nicht aufhielten? Wer weiss.

Doch jetzt ist die Frage wieder aufgetaucht, und die Häwis schlagen zurück. Seit kurzem weiss man dank der BILD, dass DIMMU BORGIR den Schulhof mit dem Gerichtssaal getauscht haben und sich dort den kleptomanischen Verbalvulgarier BUSHIDO vorknöpfen wollen. Dieser hat ausgerechnet beim norwegischen Black Metal-Hit "Mourning Palace" geklaut und fürchtet Satans Strafe so sehr, dass er nur noch ein "Kein Kommentar" über die Lippen bringt.

Überhaupt scheinen sich norwegische Black Metaller wieder mehr auf Gerichtsäle als geeignete Schlachtplätze verlagern zu wollen. Der aus seiner selbst gegründeten Band GORGOROTH geschasste Infernus verspricht auf Plappermaul bei Satan zurückzukommen. Um sein Versprechen zu unterstreichen, geizt er nicht mit Paragraphenprügel und wischt seinen ehemaligen Mitstreitern gerade noch eins aus, indem er die Evilness seines Bassisten durch Verraten dessen Berufes - ähm, sagen wir mal - schmälert. Dieser soll nämlich Grundschullehrer sein - wobei wir wieder da wären, wo wir begonnen haben. Auf dem Schulhof.

Von Schafen und paranoiden Musikern...

Tuesday, October 23. 2007

Die Paranoia gewisser Musiker wird echt immer lustiger. Heute bei den Kollegen von rockhard.de gefunden:

Beispiel 1 ist ja noch recht amüsant:

23.10.2007: Enslaved: Auge um Auge
Dass der Vorsitzende der liberalen Partei Venstre Lars Sponheim sich dafür ausspricht den illegalen Musik-Download zu legalisieren, nahmen ihm die Jungs von ENSLAVED übel und wollten frei nach der Devise "Wenn du unsere Musik stiehlst, stehlen wir dein Schaf", Gleiches mit Gleichem vergelten. Dieser Schaf-Raub ist Teil einer Kampagne namens "Piracy Kills Music", die von diversen norwegischen Bands geführt wird.

Ich stelle mir gerade die lustige ENSLAVED-Horde beim Kleinvieh-Diebstahl vor... Ob dass den Trveness-Faktor anhebt? Was kommt als nächstes? Nocturno Culto beim Wild-Angeln?? Ach ne, das hatten wir ja schon.

Beispiel 2 finde ich dagegen einfach nur noch lächerlich. Da nimmt sich jemand wohl deutlich wichtiger als er eigentlich ist... Einfach nur albern.

23.10.2007: W.A.S.P. mit erhobenem Finger
W.A.S.P. legen verschärft wert darauf, dass Fans weder Kameras, Fotoapparate noch Handies mit Aufnahmefunktion mit zu den Konzerten bringen sollten, da diese ohne Ausnahme vom Security-Personal beschlagnahmt werden.

Geht´s denn noch Herr Gesetzlos??? Sehr Rock´n´Roll das alles. Sieht Blackie inzwischen einfach so scheisse aus, dass er sich nicht mehr ablichten lassen will oder was? Na ja, aber da W.A.S.P. ja auf der nächsten Tour angeblich den Fokus auf das "The Crimson Idol"-Album legen wollen, muss man diese Pille wohl schlucken...

Drawing on my fine command of the English language, I said nothing.

Monday, October 22. 2007

Brüssel, das Herz Europas. Eine unscheinbare Kneipe, im Fernsehen kommt Rugby (Frankreich-Argentinien). Unterhaltung mit ein paar der neuen Mitbewohnern. Auf Englisch, auch wenn niemand von uns Muttersprachler ist und in der Stadt Französisch und Holländisch die offiziellen Amtssprachen sind.

Ach, Heavy Metal, ja, das habe man auch mal gehört, früher. IRON MAIDEN und so. Die seien ja technisch und musikalisch auch die besten, habe man sich von jemand sagen lassen, der selber Musiker ist.

Mag ja sein, aber der beste Gitarrist ist, so glaube man, der von METALLICA. Genau, Kirk Hammett. Ja, der sei der beste.

Argentinien gewinnt mit 34:10.

NIGHTWISH-Karaoke

Thursday, October 11. 2007


Wenn Tarja Turunen cool wäre, würde sie sich die Bonus-CD des neuen NIGHTWISH-Albums "Dark Passion Play" nehmen, welche die Instrumentalversion des gesamten Werks enthält, dazu in einem Studio Karaoke singen und gaaanz zufällig die Aufnahmen an die Öffentlichkeit durchsickern lassen.

Wenn Tarja Turunen cool wäre, wäre sie allerdings gar nicht erst bei NIGHTWISH rausgeflogen.

Emanzipation im Schwarzmetall-Wald

Wednesday, October 10. 2007
Klar, den ersten Platz in Sachen Posing macht dem österreichischen Black Metal-Bock von WALPURGI so rasch niemand streitig. Doch wie es die Welt der Online-Foren halt so will, ziehen andere Bilder ebenfalls an einem vorüber - zum Beispiel als Avatar anderer User. So erklärt sich auch die Aufmerksamkeit auf die tschechische Schwarzmetall-Truppe ENOCHIAN. Und wie FKK-Strände eher mit dem Osten assoziiert werden, so gibt sich dieses Quintett ebenfalls freizügig. Es gilt: Oben ohne für alle. Und obwohl ENOCHIANs CD-Cover gerne zu den hässlichsten des Genres gezählt werden: In Sachen Emanzipation hat die gemischte Truppe dank Keyboarderin Lilith die Nase vorn. Da ist es wurst, wenn einige Chauvinisten deklarieren, dass die Weiber nix im Black Metal verloren hätten. Nachdem sie dieses Foto gesehen haben, werden sie sowieso allesamt erblinden.

Enochian Bandfoto

Selbstverständlich schliesst dies CD-Covers nicht aus:

Enochian CD cover

Folgende Fragen bleiben jedoch offen: Warum haben ENOCHIAN keine Homepage? Wann wird Leuten, die mehr als ihr Gesicht zeigen beim Posen, endlich klar, dass man in so einem Fall nicht nur das Gesicht mit Corpsepaint zu versehen hat (es heisst schliesslich CORPSEpaint)? Und - wann tauchen die ersten Bilder von schwarzmetallischen FKK-AnhängerInnen auf? Sachdienliche Hinweise zur Klärung der letzten Frage sind willkommen, allerdings nur, wenn Corpsepaint als Stilmittel auch genutzt wird.

Bilderquelle: http://www.metal-archives.com

Sind die jungen Metalfans verbohrte Proleten?

Thursday, September 27. 2007
Wisst ihr, ich mache nur Musik um mein mangelndes Selbstwertgefühl wieder aufzubauen. Ich habe ein extremes Geltungsbedürfnis und deshalb muss ich mich vor Juz-Publikum immer so aufführen als wäre ich der große, arrogante Rockstar. Nicht.

Nein, ich glaube, ich mache selbst Musik weil es der nächste, logische Schritt vom Fan weg, hin zum Fanatismus ist. Um mich in dieser Art und Weise auszuleben nehme ich so Einiges in Kauf. Zum Beispiel den Abend, vor kurzer Zeit, als wir in einer kleinen Stadt in Niederbayern spielten. Erstmal danke für die Einladung an unseren Freund Ferenc und die Möglichkeit zu spielen – denn die Location selbst ist spitze. Eine gute Bühne, eine gute Anlage, ein sehr guter Mischer und das Licht passte zur Show. Schade nur, dass das Konzert fälschlicherweise als Death Metal-Night angekündigt war und ein paar der Anwesenden nichts im Stil von TORSOFUCK zu hören bekamen, sondern eher „schwule Scheiße“ zwischen ISIS und DEFTONES. Super. Vor allem wenn die betrunkenen Kids dann ihr Desinteresse in blanke Ablehnung verwandeln. Die negativen Zwischenrufe sind nicht wirklich schlimm, in fast 10 Jahren auf Bühnen lernt man über so was zu stehen. Schade ist es nur, wenn sich ein kleiner Teil der Anwesenden so verhält, dass die Konzertbesucher drunter leiden müssen, die die Band wirklich sehen wollen. Sowas gibt es wohl an jedem Wochenende in mehreren Jugendzentren Deutschlands.

Sind die jungen Metalfans eigentlich verbohrte Proleten, die mit Scheuklappen rumlaufen?
Wenn den Kids mal was nicht gefällt, warum gehen sie dann nicht raus und betrinken sich nicht noch mehr, damit Mutti sie sternhagelvoll an der Wache abholen kann? Dann hätten sie was zu erzählen, am Montag beim Bewährungshelfer. Das klingt jetzt verbittert, ist es aber nicht. Denn wenn sie mal die magische Grenze der „20“ überschritten haben, kanns bei ihnen auch wieder ganz anders aussehen. Waren wir als Jugendliche nicht genauso?

Ich hoffe nicht. Ich hoffe es wirklich.