Mögliche Maßnahmen gegen die Verbreitung von noch unveröffentlichten CDs
Die Tonträgerindustrie beklagt sich (zu Recht), dass schwarze Schafe im Musikjournalismus die vorab zugesandten Promos (illegal) im Internet verbreiten. Als Gegenmaßnahme werden seit geraumer Zeit immer wieder Promo-CDs verstümmelt, d.h. es gibt Voice Overs (eine freundliche Stimme, die alle zwei Minuten mitteilt, was man gerade hört), Pieptöne (Piep, Piep, kleiner Satellit?) oder Überblendungen, bei denen die erste und letzte halbe Minute von jedem Stück ineinander übergehen (so wird jedes Album zum überlangen Progressive Metal-Epos). Dadurch wird das Hörerlebnis zum Teil erheblich gestört - was natürlich Sinn der Sache ist. Besagtes Hörerlebnis ist jedoch zentraler Bestandteil einer Rezension, so dass man vor der paradoxen Aufgabe steht, etwas zu besprechen, das man nicht vollständig gehört hat. (Was Vampster dazu bewegt hat, derartige Promos nicht mehr zu besprechen.)
Man kann über das Ausmaß der Hörerlebnisstörung diskutieren. Ich finde allerdings, dass man sich das sparen könnte, wenn die Plattenfirmen Anstrengungen unternähmen, die eingangs erwähnten schwarzen Schafe zu identifizieren und ihnen den Hahn abdreht. Man könnte die Promos individuell zu markieren, zum Beispiel mit einem kaum bzw. nicht hörbaren Morsecode am Ende eines Songs. Der Aufwand wäre hier natürlich groß. Einfacher wäre es, systematisch immer einem Pressevertreter eine volle Promo-Version zu schicken und allen anderen eine verstümmelte. Mittelfristig könnte man so feststellen, wo die undichten Stellen sind. Wenn mehrere Label koordiniert agieren, könnten man über kurz oder lang die Übeltäter ausmachen und sie vom Verteiler streichen. Dazu braucht es keine gerichtlichen Sanktionen. Möglicherweise hätte man nach zwei etwas arbeitsintensiveren Monaten bereits alle Verantwortlichen identifiziert und müsste nicht mehr Pauschalanschuldigungen machen.


Tue, 29.04.2008 15:36
Tarja hat die Band freiwillig verlassen, du Affe! Mann [...]