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Educated guess

Monday, February 25. 2008
Jahre lang war ich der Überzeugung, man müsse eine CD mehrmals konzentriert anhören, um eine Rezension schreiben zu können. Dabei geht es doch auch viel einfacher: Wie sueddeutsche.de berichtet, hat das Männermagazin Maxim USA das neue Album der Black Crowes rezensiert, ohne es überhaupt gehört zu haben - Vorabexemplare wurden nämlich keine verschickt. Die Kritik beruht laut Maxim auf einem "educated guess". Wir bleiben natürlich unserer (Achtung, billiges Wortspiel im Anflug!) Maxime treu, Alben erst dann zu rezensieren, wenn wir sie auch tatsächlich gehört haben...

Mögliche Maßnahmen gegen die Verbreitung von noch unveröffentlichten CDs

Sunday, December 30. 2007

Die Tonträgerindustrie beklagt sich (zu Recht), dass schwarze Schafe im Musikjournalismus die vorab zugesandten Promos (illegal) im Internet verbreiten. Als Gegenmaßnahme werden seit geraumer Zeit immer wieder Promo-CDs verstümmelt, d.h. es gibt Voice Overs (eine freundliche Stimme, die alle zwei Minuten mitteilt, was man gerade hört), Pieptöne (Piep, Piep, kleiner Satellit?) oder Überblendungen, bei denen die erste und letzte halbe Minute von jedem Stück ineinander übergehen (so wird jedes Album zum überlangen Progressive Metal-Epos). Dadurch wird das Hörerlebnis zum Teil erheblich gestört - was natürlich Sinn der Sache ist. Besagtes Hörerlebnis ist jedoch zentraler Bestandteil einer Rezension, so dass man vor der paradoxen Aufgabe steht, etwas zu besprechen, das man nicht vollständig gehört hat. (Was Vampster dazu bewegt hat, derartige Promos nicht mehr zu besprechen.)

Man kann über das Ausmaß der Hörerlebnisstörung diskutieren. Ich finde allerdings, dass man sich das sparen könnte, wenn die Plattenfirmen Anstrengungen unternähmen, die eingangs erwähnten schwarzen Schafe zu identifizieren und ihnen den Hahn abdreht. Man könnte die Promos individuell zu markieren, zum Beispiel mit einem kaum bzw. nicht hörbaren Morsecode am Ende eines Songs. Der Aufwand wäre hier natürlich groß. Einfacher wäre es, systematisch immer einem Pressevertreter eine volle Promo-Version zu schicken und allen anderen eine verstümmelte. Mittelfristig könnte man so feststellen, wo die undichten Stellen sind. Wenn mehrere Label koordiniert agieren, könnten man über kurz oder lang die Übeltäter ausmachen und sie vom Verteiler streichen. Dazu braucht es keine gerichtlichen Sanktionen. Möglicherweise hätte man nach zwei etwas arbeitsintensiveren Monaten bereits alle Verantwortlichen identifiziert und müsste nicht mehr Pauschalanschuldigungen machen.

I said I, I get it for free...

Wednesday, September 19. 2007
Ab sofort sind sämtliche Inhalte der New York Times online frei verfügbar - auch solche, die bislang auch in elektronischer Form nur kostenpflichtig verfügbar waren. Auch wenn die New York Times bemüht ist, das bisherige Modell als Erfolg zu verkaufen, so ist die Aussage dieses Schrittes ganz klar: Kostenpflichtige Online-Inhalte, insbesondere Online-Abonnements, rechnen sich nicht. Da laut Aussage der New York Times immer mehr Besucher über Google und Co. auf die Seite finden anstatt sie gezielt anzusteuern und dort für längere Zeit zu verweilen, lässt sich mit Banner-Werbung mehr Geld scheffeln als die vergleichsweise wenigen Online-Abonnenten hergeben. Was das Ganze für Vampster relevant macht? Von der Entscheidung geht definitiv eine Signalwirkung aus. Wenn selbst eine große und angesehene Zeitung wie die New York Times sich an die Kostenlos-Mentalität des Internets anpassen muss, dann scheint es wohl der einzig richtige Weg zu sein.

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