Sunday, September 23. 2007
Popkomm-Zeit ist Emo-Zeit. In unerträglichem Selbstmitleid klagen die Verantwortlichen der Phonoindustrie auf dieser ihrer Messe seit Jahren über Umsatzrückgänge. Schuld sind natürlich die illegalen Downloads und das Recht auf Privatkopien. Aufhorchen ließ nun eine
Meldung auf heute.de. Demnach hat es in den letzten zwölf Jahren einen regelrechten Boom im Konzertmarkt gegeben, welcher den Tonträgermarkt, was den Umsatz betrifft, mittlerweile deutlich überholt hat. Was der Tonträgerindustrie also verloren gegangen ist, ist - zu einem nicht unwesentlichen Teil - zu den Konzertveranstaltern gewandert. Die Plattenfirmen haben dies zwar auch erkannt. Anstatt aber ein Verbot von Konzerten zu fordern, kündigen sie an, sich in Zukunft ihren Anteil am mächtigen Konzertveranstaltungskuchen sichern zu wollen.
Herzlichen Glückwunsch, liebe Phonoindustrie! Zwölf Jahre nach Beginn dieses Trends habt ihr diesen also wahrgenommen. Wenn ihr da mal nicht ein kleines bisschen zu träge wart. Zumindest meinem subjektiven Empfinden nach ist der Konzertmarkt mittlerweile eindeutig übersättigt. Komisch auch, dass trotz der Erkenntnis, dass das Geld der Musikhörer mittlerweile in andere Quellen fließt, immer noch die Privatkopien und Tauschbörsen schuld am Umsatzrückgang sind. Hättet ihr die Zeichen der Zeit frühzeitig erkannt, hättet ihr diese Tauschbörsen sogar für eure eigenen Zwecke nutzen können. Dass sich diese für virales Marketing hervorragend eignen, zeigt zum Beispiel der Erfolg einer Band wie
MACHINAE SUPREMACY in der Indie-Szene. Durch verschärfte Gesetze jedenfalls lassen sich illegale Downloads wohl kaum in bezahlte Downloads oder CDs umwandeln.
Thu, 03.07.2008 13:22
Ach man, wenn ich das nur vorher gelesen hätte.... [...]