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Emanzipation im Schwarzmetall-Wald

Wednesday, October 10. 2007
Klar, den ersten Platz in Sachen Posing macht dem österreichischen Black Metal-Bock von WALPURGI so rasch niemand streitig. Doch wie es die Welt der Online-Foren halt so will, ziehen andere Bilder ebenfalls an einem vorüber - zum Beispiel als Avatar anderer User. So erklärt sich auch die Aufmerksamkeit auf die tschechische Schwarzmetall-Truppe ENOCHIAN. Und wie FKK-Strände eher mit dem Osten assoziiert werden, so gibt sich dieses Quintett ebenfalls freizügig. Es gilt: Oben ohne für alle. Und obwohl ENOCHIANs CD-Cover gerne zu den hässlichsten des Genres gezählt werden: In Sachen Emanzipation hat die gemischte Truppe dank Keyboarderin Lilith die Nase vorn. Da ist es wurst, wenn einige Chauvinisten deklarieren, dass die Weiber nix im Black Metal verloren hätten. Nachdem sie dieses Foto gesehen haben, werden sie sowieso allesamt erblinden.

Enochian Bandfoto

Selbstverständlich schliesst dies CD-Covers nicht aus:

Enochian CD cover

Folgende Fragen bleiben jedoch offen: Warum haben ENOCHIAN keine Homepage? Wann wird Leuten, die mehr als ihr Gesicht zeigen beim Posen, endlich klar, dass man in so einem Fall nicht nur das Gesicht mit Corpsepaint zu versehen hat (es heisst schliesslich CORPSEpaint)? Und - wann tauchen die ersten Bilder von schwarzmetallischen FKK-AnhängerInnen auf? Sachdienliche Hinweise zur Klärung der letzten Frage sind willkommen, allerdings nur, wenn Corpsepaint als Stilmittel auch genutzt wird.

Bilderquelle: http://www.metal-archives.com

Der Blog zum Black Metal-Bock

Thursday, September 27. 2007
Längst ist klar, dass sich das Internet mehr und mehr zu einer grossen Plattform für Selbstdarsteller gewandelt hat. MYSPACE, YOUTUBE - nicht von ungefähr sitzen das "My" und das "You" im Namen, so dass sich der Internetophile sogleich auf sich beziehen kann. Diesen narzisstischen Reizen kann auch die Black Metal-Szene nicht widerstehen. Längst sind die "Top 10 Most Ridiculous Black Metal Pictures" im Netz aufgetaucht und auch an den "Other Top 10" kann man sich inzwischen ergötzen, beziehungsweise sich ganz der visuellen Komponente hingeben. Corpsepaint, Wald, Berge, Schnee - das ist die Standardausrüstung für ein stilvolles schwarzmetallisch-adäquates Posing. Wer was von alten Helden, Sagen und Wikingern hält, braucht selbstverständlich Schwert, Schild und Trinkhorn. Wie aber sticht man hier noch heraus? Wie setzt man ein wahres Zeichen, um sich gegen all die anderen Bilderblackmetaller abzuheben?

Die Österreicher WALPURGI wissen es. Sie posieren nicht nur im Wald mit Corpsepaint. Nein, sie haben ein wesentlich selteneres Requisit in ihre Darstellung miteingebunden. Einen Bock. Genau. Einen mit Fell und Hörnern. Und einem Blick, der alles sagt.





Und bei diesem Bild sollten sich nicht nur jene fragen, die BATHORYs Debüt und VENOMs "Welcome to Hell" im Schrank stehen haben: WAS GESCHIEHT ALS NÄCHSTES MIT DIESEM BOCK?


Bildquelle:
http://www.myspace.com/walpurgi