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Educated guess

Monday, February 25. 2008
Jahre lang war ich der Überzeugung, man müsse eine CD mehrmals konzentriert anhören, um eine Rezension schreiben zu können. Dabei geht es doch auch viel einfacher: Wie sueddeutsche.de berichtet, hat das Männermagazin Maxim USA das neue Album der Black Crowes rezensiert, ohne es überhaupt gehört zu haben - Vorabexemplare wurden nämlich keine verschickt. Die Kritik beruht laut Maxim auf einem "educated guess". Wir bleiben natürlich unserer (Achtung, billiges Wortspiel im Anflug!) Maxime treu, Alben erst dann zu rezensieren, wenn wir sie auch tatsächlich gehört haben...

Symphonic Black Metal ist Popmusik

Saturday, October 13. 2007
Gestern ist die Promo zum Ende November erscheinende neuen Album von VESANIA angekommen. Also schnell die CD ins Laufwerk geschoben, um kurz reinzuhören. Vom Label wird die Scheibe dem Genre "Symphonic Black Metal" zugeordnet. Gracenote, die Datenbank, von der sich iTunes die Musik-Metadaten besorgt, verrät mir aver, dass auf diesem Album Popmusik zu hören sei. Gibt es irgendjemanden, der darin einen Widerspruch sieht? ;-)

No really. It's up to you

Friday, October 5. 2007
RADIOHEAD zeigen der Musikindustrie den Stinkefinger und machen deutlich, was sie von deren restriktiven DRM-Maßnahmen halten. Das neue Album "In Rainbows" erscheint zunächst als DRM-freier Download sowie als aufwändiges Vinyl-Boxset. Die reguläre CD-Version folgt erst Anfang des nächsten Jahres. Der Clou: Der Download funktioniert ähnlich dem Prinzip der Donationware, wie es einem bisweilen bei manchen Softwareanbietern begegnet. Der Kunde entscheidet somit selbst, wieviel er bereit ist für das Album zu zahlen, wobei der Mindestbetrag bei einigen Cents liegt. Man kann nur hoffen, dass die Rechnung "Vertrauen statt Kontrolle" voll auf geht.

Einen Unterschied zur Donationware gibt es hier übrigens doch noch: Bezahlt werden muss, bevor die Dateien heruntergeladen werden können. Es ist also auf legalem Weg nicht möglich, sich zunächst ein Urteil über die Musik zu bilden und aufgrund dessen zu überlegen, wieviel einem diese wert ist. Spannend und begrüßenswert ist dieser Schritt von RADIOHEAD aber meiner Meinung nach dennoch - auch völlig unabhängig davon, ob man mit der Musik der Briten etwas anfangen kann oder nicht.

Emogotchi?

Sunday, September 30. 2007
Heute mache ich es kurz: Damit es zum Wochenbeginn niemandem im Büro langweilig wird, verweise ich auf den Pocket-Emo (via The Generator Blog). Ich gehe dann mal meinen Emo füttern. ;-)

Verbietet Konzerte!

Sunday, September 23. 2007
Popkomm-Zeit ist Emo-Zeit. In unerträglichem Selbstmitleid klagen die Verantwortlichen der Phonoindustrie auf dieser ihrer Messe seit Jahren über Umsatzrückgänge. Schuld sind natürlich die illegalen Downloads und das Recht auf Privatkopien. Aufhorchen ließ nun eine Meldung auf heute.de. Demnach hat es in den letzten zwölf Jahren einen regelrechten Boom im Konzertmarkt gegeben, welcher den Tonträgermarkt, was den Umsatz betrifft, mittlerweile deutlich überholt hat. Was der Tonträgerindustrie also verloren gegangen ist, ist - zu einem nicht unwesentlichen Teil - zu den Konzertveranstaltern gewandert. Die Plattenfirmen haben dies zwar auch erkannt. Anstatt aber ein Verbot von Konzerten zu fordern, kündigen sie an, sich in Zukunft ihren Anteil am mächtigen Konzertveranstaltungskuchen sichern zu wollen.

Herzlichen Glückwunsch, liebe Phonoindustrie! Zwölf Jahre nach Beginn dieses Trends habt ihr diesen also wahrgenommen. Wenn ihr da mal nicht ein kleines bisschen zu träge wart. Zumindest meinem subjektiven Empfinden nach ist der Konzertmarkt mittlerweile eindeutig übersättigt. Komisch auch, dass trotz der Erkenntnis, dass das Geld der Musikhörer mittlerweile in andere Quellen fließt, immer noch die Privatkopien und Tauschbörsen schuld am Umsatzrückgang sind. Hättet ihr die Zeichen der Zeit frühzeitig erkannt, hättet ihr diese Tauschbörsen sogar für eure eigenen Zwecke nutzen können. Dass sich diese für virales Marketing hervorragend eignen, zeigt zum Beispiel der Erfolg einer Band wie MACHINAE SUPREMACY in der Indie-Szene. Durch verschärfte Gesetze jedenfalls lassen sich illegale Downloads wohl kaum in bezahlte Downloads oder CDs umwandeln.

I said I, I get it for free...

Wednesday, September 19. 2007
Ab sofort sind sämtliche Inhalte der New York Times online frei verfügbar - auch solche, die bislang auch in elektronischer Form nur kostenpflichtig verfügbar waren. Auch wenn die New York Times bemüht ist, das bisherige Modell als Erfolg zu verkaufen, so ist die Aussage dieses Schrittes ganz klar: Kostenpflichtige Online-Inhalte, insbesondere Online-Abonnements, rechnen sich nicht. Da laut Aussage der New York Times immer mehr Besucher über Google und Co. auf die Seite finden anstatt sie gezielt anzusteuern und dort für längere Zeit zu verweilen, lässt sich mit Banner-Werbung mehr Geld scheffeln als die vergleichsweise wenigen Online-Abonnenten hergeben. Was das Ganze für Vampster relevant macht? Von der Entscheidung geht definitiv eine Signalwirkung aus. Wenn selbst eine große und angesehene Zeitung wie die New York Times sich an die Kostenlos-Mentalität des Internets anpassen muss, dann scheint es wohl der einzig richtige Weg zu sein.

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Neue Möglichkeiten des Konzertkartenverkaufs

Tuesday, September 18. 2007
Der Zeppelin fliegt wieder. Zumindest einmal, am 26. November in der Londoner o2-Arena. Da es sich um das erste Konzert der Band seit beinahe 20 Jahren handelt, gab es auch keine Probleme, das Kartenkontingent unters Volk zu bringen. Im Gegenteil: Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, haben ca. 20 Millionen ihr Kaufinteresse bekundet - die Arena bietet insgesamt etwa 20.000 Sitzplätze. Was liegt da näher, als eine Konzertkarten-Lotterie? Gestern endete die Frist, bis zu der Interessierte sich registrieren konnten, nun entscheidet das Los, wer die umgerechnet 180,- € teuren Tickets erwerben darf.

Meine Meinung: Wenn schon Lotterie, dann richtig - jeder Interessant zahlt einen geringen Beitrag, wer Glück hat, bekommt eine Karte zugelost, wer Pech hat, finanziert die Karten der Gewinner mit. Die weniger fanfreundliche Alternative: eine offizielle Auktion. Damit wären doch sicherlich noch weit mehr als die lächerlichen 180,- € pro Karte drin.

Wenn euch noch andere interessante Konzertkarten-Verkaufsmodelle einfallen, ob scherzhaft oder als ernstzunehmende Alternative zum üblichen First-come-first-serve, nutzt fleißig die Kommentarfunktion unseres Blogs.