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Sind die jungen Metalfans verbohrte Proleten?

Wisst ihr, ich mache nur Musik um mein mangelndes Selbstwertgefühl wieder aufzubauen. Ich habe ein extremes Geltungsbedürfnis und deshalb muss ich mich vor Juz-Publikum immer so aufführen als wäre ich der große, arrogante Rockstar. Nicht.

Nein, ich glaube, ich mache selbst Musik weil es der nächste, logische Schritt vom Fan weg, hin zum Fanatismus ist. Um mich in dieser Art und Weise auszuleben nehme ich so Einiges in Kauf. Zum Beispiel den Abend, vor kurzer Zeit, als wir in einer kleinen Stadt in Niederbayern spielten. Erstmal danke für die Einladung an unseren Freund Ferenc und die Möglichkeit zu spielen – denn die Location selbst ist spitze. Eine gute Bühne, eine gute Anlage, ein sehr guter Mischer und das Licht passte zur Show. Schade nur, dass das Konzert fälschlicherweise als Death Metal-Night angekündigt war und ein paar der Anwesenden nichts im Stil von TORSOFUCK zu hören bekamen, sondern eher „schwule Scheiße“ zwischen ISIS und DEFTONES. Super. Vor allem wenn die betrunkenen Kids dann ihr Desinteresse in blanke Ablehnung verwandeln. Die negativen Zwischenrufe sind nicht wirklich schlimm, in fast 10 Jahren auf Bühnen lernt man über so was zu stehen. Schade ist es nur, wenn sich ein kleiner Teil der Anwesenden so verhält, dass die Konzertbesucher drunter leiden müssen, die die Band wirklich sehen wollen. Sowas gibt es wohl an jedem Wochenende in mehreren Jugendzentren Deutschlands.

Sind die jungen Metalfans eigentlich verbohrte Proleten, die mit Scheuklappen rumlaufen?
Wenn den Kids mal was nicht gefällt, warum gehen sie dann nicht raus und betrinken sich nicht noch mehr, damit Mutti sie sternhagelvoll an der Wache abholen kann? Dann hätten sie was zu erzählen, am Montag beim Bewährungshelfer. Das klingt jetzt verbittert, ist es aber nicht. Denn wenn sie mal die magische Grenze der „20“ überschritten haben, kanns bei ihnen auch wieder ganz anders aussehen. Waren wir als Jugendliche nicht genauso?

Ich hoffe nicht. Ich hoffe es wirklich.

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Comments

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  1. eber says:

    Ist schon richtig. Es gibt sehr viele junge Menschen, die Metal nur hören, weil es unglaublich hart und somit total cool ist. Ich meine, ich bin selber erst 20, aber in meinen jüngeren Jahren war ich sicherlich nicht so schlimm, wie es manche heute sind. Ging auch schlecht, denn bei mir fing es mit Caught In The Act an...

  2. johnny7 says:

    Ich bin 15 und somit wohl auch Jugendlicher ;) Und ich liebe "schwule Scheiße" wie Deftones oder Isis. Klar gibt es solche, die nur Metal hören, um cool zu sein. Wobei man dazu sagen muss, dass es - wie ich es jedenfalls mitbekomme - momentan total out ist, Metal zu hören. Alles ist gut, sogar Sido, bloß nicht Metal. Kann ich nur so von meinem Umfeld behaupten.

  3. agony&ecstasy says:

    Hey Captain, das liegt nicht an den Metalfans sondern an den Bayern he he he... die sind halt so ^^

  4. leviathan says:

    ich weis ja nicht wie ihr dass genua seht aber ich bin erst 17 und auch ich komme nicht drum rum in einem club zu landen der nicht gerade meine musik spielt abr verdamt nochmal was solls

    meine freundin steht auf bands wie schandmaul, letze instanz und epica während meine wenigkeit auf bands wie opeth, my dying bride und katatonia abfährt soll ich jetzt mit ihr schluss machen sie beleidigen weil sie ach so schwule scheiße hört

  5. johnny7 says:

    Sei doch froh, wenn sie sowas hört, besser als Rihanna oder Bushido. ;)

  6. Markus says:

    Diese extreme Form der Ignoranz wär mir hier noch nicht aufgefallen - abgesehen von der imaginären Drei-Meter-Wand vor der Bühne oder einfach nicht so gut besuchten Undergroundkonzerten aber das kennt man ja. Wobei man im JuZ oder ähnlichem ja oft genauso gute wenn nicht sogar bessere oder intensivere Auftritte sehen kann als von Bands in größeren Hallen.

  7. CaptainChaos says:

    Mir ist das bisher auch nie so arg aufgefallen, nur wie gesagt, an dem Abend hats mich zum ersten Mal selbst betroffen. Davon abgesehen, oft zählt wirklich nur die extreme, je brutaler, desto besser. Die erfreulichen Gegenbeispiele, die ich kenne kommen dann in einen anderen Eintrag, nur Geduld ;o)

    Davon abgesehen, was Markus geschrieben hat stimmt zu 100%! Gestern haben wir in ner richtig geilen, kleinen Kellerkneipe gespielt, da wars eng, stickig, warm und die Atmosphäre war super.


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