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I said I, I get it for free...

Ab sofort sind sämtliche Inhalte der New York Times online frei verfügbar - auch solche, die bislang auch in elektronischer Form nur kostenpflichtig verfügbar waren. Auch wenn die New York Times bemüht ist, das bisherige Modell als Erfolg zu verkaufen, so ist die Aussage dieses Schrittes ganz klar: Kostenpflichtige Online-Inhalte, insbesondere Online-Abonnements, rechnen sich nicht. Da laut Aussage der New York Times immer mehr Besucher über Google und Co. auf die Seite finden anstatt sie gezielt anzusteuern und dort für längere Zeit zu verweilen, lässt sich mit Banner-Werbung mehr Geld scheffeln als die vergleichsweise wenigen Online-Abonnenten hergeben. Was das Ganze für Vampster relevant macht? Von der Entscheidung geht definitiv eine Signalwirkung aus. Wenn selbst eine große und angesehene Zeitung wie die New York Times sich an die Kostenlos-Mentalität des Internets anpassen muss, dann scheint es wohl der einzig richtige Weg zu sein. Ob dies auch für Sparten-Angebote wie Metal-Webzines gelten muss, sei mal dahingestellt. Metal-Webzines - wie der Großteil der Online-Musikmagazine - zeichnen sich in der Regel dadurch aus, dass sie nicht zum Broterwerb betrieben werden, sondern nur - mal mehr, mal weniger ambitioniert - als Hobby. Professionell gearbeitet wird dementsprechend in den seltensten Fällen, und die meisten deutschsprachigen Webzines würde ich auch in ihrer jetzigen, kostenlosen Form nicht freiwillig lesen.

Was aber, wenn die Qualität stimmt und das Hobby professionell betrieben wird? Würde ein optionales Angebot an den Leser, die Inhalte gegen einen geringen Monatsbeitrag werbefrei dargeboten zu bekommen, auf Akzeptanz stoßen? Ich habe meine Zweifel. Leider, denn die Frage nach kostenlosen oder kostenpflichtigen Inhalten hat ja noch eine ganz andere Bedeutung, auf die auch der sehr empfehlenswerte NY-Times-Artikel im O'Reilly Radar eingeht: Welchen Wert messen die Journalisten ihrer eigenen Arbeit bei? Macht man seine Inhalte kostenpflichtig, so geht dem stets der Gedanke voraus: "Meine Arbeit ist so wertig, dass es sich lohnt, dafür zu zahlen." Schmeißt man seine Artikel kostenlos ins Datennetz, begleitet von blinkenden Bannern, so transportiert dies eine ganz andere Aussage über die Wertschätzung des eigenen Produkts.

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Comments

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  1. Erdling says:

    Die Erwartungen der Redakteure der NYT und die finanziellen Aufwendungen mit dem großen Verwaltungsapparat im Rücken sind bei einem Unternehmen wie der Times andere als bei einem vergleichsweise überschaubaren Webzine, so recht kann man beides nicht vergleichen. Die Frage ist allerdings, für welche Inhalte ist der Internetnutzer bereit, Geld zu zahlen? Es liegt primär am Angebot. Sieht man darin einen wirklichen Nutzen, ist der Griff zur Kreditkarte oder zum Überweisungsformular gar nicht so abwegig.

  2. danielw says:

    Hallo Erdling,

    du hast Recht, dass die Situation nicht wirklich vergleichbar ist. Das habe ich allerdings auch versucht, rüber zu bringen. Der Schritt der NY Times ist dennoch ein schöner Aufhänger, um die Brücke zu Paid Content bei Webzines zu schlagen, finde ich.

    Die interessante Frage ist: Warum hat es bisher niemand versucht (außerdem Rock Hard, einem etablierten Printmagazin)? Weil alle von ihren eigenen Inhalten nicht überzeugt sind, oder eher weil die Leserschaft (fälschlicherweise?) als nicht zahlungswillig eingeschätzt wird? Jedenfalls nicht, weil sich mit Werbung mehr Geld verdienen ließe, wie im Falle der NY Times, denn in dieser Hinsicht sieht es bei Metal-Webzines eher mau aus.


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