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Die Zukunft von STRATOVARIUS

Tuesday, June 10. 2008

Wenn ich ein großer Fernsehproduzent wäre, würde ich den Herren Kotipelto, Johansson und Michael das Angebot machen, aus STRATOVARIUS in Zukunft eine Seifenoper zu machen.

Ich habe bis vor kurzem nie so ganz verstanden, was der Reiz an Seifenopern ist. Ich meine, klar, Katie Holmes sieht schon gut aus, aber deshalb sitzt man doch nicht wochenlang jeden Tag eine Stunde vor der Glotze. Das Hickhack im Hause STRATOVARIUS, das nun schon seit Jahren (!) anhält, belehrt mich allerdings, dass es im wirklichen Leben genauso abgeht wie in all den ganzen Serien, in denen jeder mal mit jedem im Clinch liegt. Zum Ende jeder Staffel (bzw. Albumveröffentlichung bzw. Tour) vertragen sich plötzlich alle wieder, nur um sich kurz darauf wieder in die Haare zu kriegen.

Neben einer Seifenoper könnte ich mir auch einen Kinofilm vorstellen, der die Band in 20 Jahren zeigt. Meine Wunschbesetzung wäre Alex Baldwin, Danny de Vito, John Travolta, Ian McKellen und irgendein junger Nachwuchsstar als "Der Neue am Bass".

Doom - Fleisch = sexy?

Monday, June 9. 2008

Die Doom-Opas in der Redaktion werden zwar sagen, das hätten sie schon immer gewusst. Ich war aber doch ziemlich erstaunt, als ich Geezer Butler auf der Kandidatenliste zur Wahl des Sexiest Vegetarian Celebrity 2008 entdeckte. Nun liegt es an den Fans, die Trägheit ihrer Lieblingsmusik zu überwinden und für den HEAVEN AND HELL-Tieftöner abzustimmen. Die Chancen für Musiker scheinen zwar generell gering zu sein, aber es wäre mal ein Statement von der bzw. an die Metal-Szene, wenn Butler zumindest die üblichen Vorzeige-Vegi-Barden der PETA (entgegen meinen Vermutungen kein neues DREAM THEATER/SPOCK'S BEARD-Nebenprojekt, sondern eine Tierschutzorganisation) wie Paul McCartney und Bryan Adams ausstäche.

Auf der Frauenseite plädiere ich natürlich für die Wahl von Natalie Portman, die hat - von einer Diskussion mit Jon Stewart über die Berliner Death Metal-Szene im März 2006 mal abgesehen - mit harter Musik nichts am Hut, ist dafür aber - für meinen hetero-vegetarischen Geschmack - sexier als alle BLACK SABBATH-Musiker zusammen und hat heute zudem Geburtstag.

Heavy Metal - die Waffe der Demokratie

Sunday, June 8. 2008

Ein Blick auf die Landkarte deutet daraufhin, dass Heavy Metal in erster Linie ein westliches Kulturgut ist. China, Indien sowie der afrikanische Kontinent sind mit dem Hinweis "Here be no bands beginning with DRAGON..." markiert. Mit Blick auf die politische Entwicklung der letzten Jahrzehnte könnte man sogar so weit gehen, Heavy Metal als Demokratie-Indikator anzusehen. Während in Europa schwedisch-griechische Kollaborationen wie DREAM EVIL gediehen und in den USA das Zeitalter des Bösen angebrochen ist, scheint die "Achse des Bösen" nicht in der Lage zu sein, ihren eigenen Soundtrack zu erschaffen.

Dubai erzwingt mittlerweile mit wirtschaftlicher Macht ein jährliches Festival, doch das Flair einer lebendigen Szene fehlt. Peking und Jakarta (um nur zwei Beispiele zu nennen) sucht man vergeblich auf Tourplänen und in CD-Regalen. Das ist auch gut so, sagen Verteidiger des wahren Glaubens (alias True Metal) vermutlich. Nicht auszudenken, was aus dem traditionellen Metal werden könnte, wenn er sich plötzlich mit Regenwald, Kindersoldaten, Hunger, Ubuntu, Einfuhrzöllen und fremden Religionen beschäftigten würde. Doch neue Perspektiven müssen nicht unbedingt schlecht sein. Südamerika macht Hoffnung. Aus dem Amateurlärm der frühen 80er ist spannende Musik mit exotischen Einflüssen und grenzenloser Leidenschaft geworden. Parallel dazu hat sich der Kontinent politisch zu einer überwiegend freien und demokratischen Gegend entwickelt.

Man muss natürlich auf dem Boden der Realität bleiben. Der Heavy Metal hat es bislang nicht geschafft, die Abholzung des Regenwalds aufzuhalten oder gar umzukehren. IN FLAMES spielen nicht beim Welternährungsgipfel "Watch Them Feed". Langhaarige Gestalten, die HELLOWEEN oder SLAYER nacheifern, werden wohl auch nicht die nationalen Probleme von Guinea, Sudan oder Algerien lösen, sollte der Metal sich dort je etablieren. Langfristig ist die Entwicklung aber sicherlich spannender als die Fußball-EM, zumal Heavy Metal gewöhnlich miteinander und nicht gegeneinander gespielt bzw. erlebt wird.