Bückware
Wednesday, January 16. 2008
Als ich Anfang der 90er anfing, harte Musik zu hören, waren Heavy Metal-Abteilungen in größeren Plattenläden eher noch die Ausnahme. Nicht selten waren die Alben bei Pop/Rock einsortiert. Separate Neuheiten- und Chart-Regale gab es dagegen überall, schließlich sorgten diese beiden Bereiche für den meisten Umsatz. Mittlerweile kann der Umfang des Metal-Angebots in vielen Läden mühelos mit dem des Pop/Rock-Standardprogramms konkurrieren. Ein Hauptgrund dafür dürfte die Verlagerung des Mainstreamumsatzes auf Aktionsangebote sein. In den letzten vier Wochen suchte ich gleich zweimal vergeblich im A-Z-Sortiment (DVDs, 24 und 300 (=324?)), nur um auf Nachfrage bei den Preisschlagern doch noch fündig zu werden. Diese Tendenz erleichtert der Käuferschaft zwar die Entscheidung, entmündigt sie aber zugleich. Denn Newcomer, die nicht das Glück hatten, bei einer größeren Plattenfirma unterzukommen, werden zu Bückware degradiert - wenn sie überhaupt noch ins Sortiment genommen werden. Ich persönlich mag es herumzustöbern und begrüße es, wenn das Angebot komplett und alphabetisch sortiert ist. Um einen Überblick zu bekommen, konnte man früher einfach fragen. In altgedienten Metal-Läden (und besseren Multimediakettenfilialen) geht das auch heute noch. Aber wenn die Entwicklung - sowohl der Veröffentlichungsflut als auch der Sortimentausdünnung - ungehindert weitergeht, wird es im Heavy Metal irgendwann ebenfalls eine Zwei-Klassen-Gesellschaft geben.


Thu, 03.07.2008 13:22
Ach man, wenn ich das nur vorher gelesen hätte.... [...]