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Eine Runde Bedauern für die Universal Music Group

Tuesday, November 27. 2007
Via Jonathan Coulton stieß ich gerade auf einen aktuellen Wired-Artikel über Doug Morris, Geschäftsführer der Universal Music Group. Höhepunkt der erschreckend absurden Aussagen: Man habe die digitale Revolution nicht verpasst. Man habe schlichtweg nicht gewusst, was man hätte tun sollen. Denn in der Plattenindustrie hätte es niemanden gegeben, der sich mit Technik auskennt. Und man wäre auch nicht in der Lage gewesen, kompetentes Personal zu identifizieren und einzustellen. Aaaaaaah.

Die Homepage von Nuclear Blast wurde neu gestaltet.

Monday, November 26. 2007

Bei der Recherche nach Infos zum gestrigen Eintrag verschlug es mich auf die Homepage von Nuclear Blast. Eigentlich wollte ich nur kurz nach dem Soundtrack zu "Schwerter des Königs - Dungeon Siege" schauen. Doch was war da? Ups, ein neues Design! Ich bin fast gestorben vor seelisch-visueller Pein. Aus einer passablen, dezent überladenen Seite ist mit erschreckender Konsequenz ein Wirrwarr gemacht worden. Wer seine Walkmanknopfkopfhörer mal rasch in die Tasche gestopft hat und sie danach wieder entwirren musste, weiß, wovon ich spreche. Die Suchfelder beförderten meine liebevoll ausgewählten Begriffe ins Datennirvana, so dass ich schon glaubte, der Soundtrack sei gar nicht bei Nuclear Blast erschienen. Mehr aus Zufall fand ich ihn dann doch noch im optisch ungemein aussagelosen Veröffentlichungszeitstrahl.

Aus morbider Neugier verbrachte ich noch einen Moment auf den herrlich kontrastfrei gestalteten Seiten, auf denen Links und Resttext im LSD-grünen Einheitslook das Bild bestimmen. Oben lenkte ein buntes Banner erfolgreich die Aufmerksamkeit von der nach einem mysteriösen Prinzip auf mehrere Ebenen verteilten Navigation ab. Das Wort Survey stach mir trotzdem ins Auge, da ich im Alltag sehr viel damit zu tun habe. Tatsächlich verbarg sich dahinter eine Umfrage zum neuen Erscheinungsbild, an der ich spontan teilnahm. Ich hoffe nur, dass meine Kritik konstruktiv verarbeitet wird und nicht am gleichen Ort landet wie meine Suchbegriffe.

Heute entdeckte ich, dass es auch ein Tutorial zum neuen Outfit gibt. Dort erfuhr ich, dass in der Rubrik News Neuigkeiten stehen. An dieser Stelle brach ich ab und widmete mich interessanterteren Dingen.

Fliegerasse, hinauf!

Sunday, November 25. 2007


Auf The Red Baron-Homepage gibt es nun eine Vorschau, die überwiegend aus (atemberaubenden) Flugaufnahmen besteht und mit einer Orchester-meets-Hardrock-Musik unterlegt wurde. Metal im Mainstream-Kino ist zwar begrüßenswert. Doch warum geht man nicht noch einen entscheidenden Schritt weiter und nimmt die Songs, die wirklich zum Thema passen - namentlich "Tailgunner" und insbesondere "Aces High" von IRON MAIDEN? Ja, gut, beide sind auf den Zweiten Weltkrieg zugeschnitten und werden aus der "falschen" Persepektive gesungen. Ja, gut, ICED EARTH haben auf "The Glorious Burden" ein noch passenderes (aber auch schlechteres) Lied am Start.

Unweigerlich muss ich an Nuclear Blast und deren Soundtrack-CD zum Streifen "Schwerter des Königs - Dungeon Siege" denken. Vielleicht hätten die schwäbische Plattenfirma mal mit der schwäbischen Fliegerfilmproduktionsfirma schwätzen sollen. Zumindest hätte man vielleicht erreicht, dass etwa "Pilot In The Sky Of Dreams" von THRESHOLD nicht bei einem Mittelalter-/Fantasy-Streifen, sondern bei einem Film über Piloten Verwendung findet. Zweieinhalb Monate bleiben beiden Seiten noch, um "The Red Baron" - laut Berichten von ersten Testvorführungen übrigens im englischen Originalton (!) mit SCORPIONS-Akzent - ein würdiges musikalisches Gewand zu verpassen.

Telefonterror

Tuesday, November 6. 2007

Obwohl Steve Harris gelassen zu Protokoll gibt, dass IRON MAIDEN das Thema bereits 1982 mit "The Number Of The Beast" erschöpfend behandelt haben, stehen die letzten Wochen des Metal-Jahres 2007 ganz im Zeichen der Telekommunikation. Hier die wichtigsten Meldungen im Überblick:

  • GAMMA RAY ändern im letzten Augenblick den Titel ihres neuen Albums in "Land Of The Free Calls" um. Fanclub-Mitglieder können an einem exklusiven Gewinnspiel teilnehmen. Der Gewinner darf vorab mit Schlagzeuger Dan Zimmermann am Telefon über das Album, seine andere Band FREEDOM CALL und die Handynummer von Kai Hansen reden. Höhepunkt der HELLOWEEN/GAMMA RAY-Tour ist erwartungsgemäß die allabendliche Reunionseinlage "Ride The Skype". Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft werden zudem die beiden HELLOWEEN-Alben "Master Of The Ring Tones" und "Tele Don't Kom Easy" neu aufgelegt.
  • HAMMERCALL nehmen ihr siebtes Studio-Album mit dem Arbeitstitel "Homezone Of The Brave" in Angriff. Im Nuclear Blast-Shop kann man bereits jetzt die Stahlbox-Edition vorbestellen, die neben dem Album eine zweite CD enthalten wird, auf der Joacim Cans 25 Minuten lang das Freizeichen nachsingt.
  • Der limitierten Erstauflage des neuen Progrock-Konzeptdoppelalbums "Conversations With The Lord" von NEAL MORSE liegen Gutscheine für fünf Freigebete bei. Morse ist außerdem der kreative Kopf einer neuen Supergruppe bestehend aus ihm, Roine Stolt (Gitarre, FLOWER KINGS), Pete Trewavas (Bass, MARILLION) und Lars Ulrich (Schlagzeug, METALLICA). Das Projekt mit dem Namen UMTS wird als erstes musikalisches Lebenszeichen eine Single mit einer progressiven Neufassung der Kultnummer "The Call Of Cthulu" rausbringen.
  • CHARLIE DOMINICI legt mit "O³" den letzten Teil seiner Terroristen-Trilogie vor. Die Texte drehen sich um die letzten Handygespräche der Attentäter.
  • Nach erfolgreichen Alben wie "Dial Hard", "T." und "Phonerun" beschreiten GOTTHARD neue Wege in der Vermarktung ihrer Musik: Das neue Album "Flatrate" gibt es lediglich im Kombi-Pack Mobiltelefon/CD sowie für Traditionalisten Dosentelefon/Doppel-LP zu kaufen. Die Band erhofft sich dadurch eine Umsatzsteigerung im zweistelligen Bereich.
  • AGENT STEEL sind wieder auf Sängersuche. Bruce Hall hat die Band mit der Begründung verlassen, er wolle sich voll und ganz auf sein Solo-Projekt SETI konzentrieren und "nach Hause telefonieren".
  • Finnlands Exportschlager NOKIAWISH bereichert die Feiertage um eine weitere Auflage seines jüngsten Werks "Dark Passion Pay", auf der zusätzlich zum regulären Album eine Live-Version von "She Is My SIM" und die Orchester-Demo-MIDI-Klingeltonfassung von "SMS Of Wilderness" enthalten sind.
  • MOTÖRHEAD veröffentlichen ein astreines, rotziges Rockalbum.
  • PAIN OF SALVATION-Mastermind Daniel Gildenlöw löscht alle bisherigen Aufnahmen für das nächste Album und kündigt stattdessen eine CD mit den gesammelten Nachrichten seines Anrufbeantworters an. Seine Begründung: "Hier geht es nicht um irgendeinen kurzlebigen Trend, sondern um eine metasoziale Auseinandersetzung mit dem Karma unseres Publikums."
  • MANOWAR promoten ihre neue Single "Call-by-Call To Arms (live)" mit einem eigenen Festival. Joey DeMaio macht im Vorfeld bereits Schlagzeilen, weil er rechtliche Schritte gegen die Wagner-Erben in Bayreuth ankündigt, da ihm diese eine Direktverbindung zu Richard Wagner während des Auftritts - eigenen Angaben nach aus technischen Gründen - verwehren wollen.
  • FATES WARNING-Chefdenker Jim Matheos lässt verlauten, dass er in Zukunft keine Telefoninterviews mehr geben will. Gerüchten zufolge plant er eine Unplugged-Aufnahme des Albums "Disconnected".
  • Zuletzt kommt noch ein bislang unbetitelter Sampler zum Thema in die Regale, auf dem u.a. ANTHRAX ("Furnanikufesin"), T-COMMUNIC (TOTO-Cover "Hold The Line"), PRETTY MAIDS ("Red, Hotline & Heavy"), ANSWERING MACHINE HEAD (POLICE-Cover "Text Message In A Bottle"), SONATA ARCTICA ("Pre-Paid In Full") sowie RUNNING WILD (mit ihrer Anti-Telefonwerbung-Hymne "Bad To The Phone") zu hören sein werden.

Limited Editions - Und ihr dachtet wir Metaller wären bescheuert?!?

Monday, November 5. 2007

Neulich in der Köln-Marsdorfer Filiale einer größeren Elektronik Fachmarktkette. Da schlendert man nichts Böses ahnend mit "Live And Dangerous" von THIN LIZZY in der Hand zum reinhören zur CD-Info und da sticht einem plötzlich dieses Ding ins Auge. Es handelte sich bei diesem Augentöter um die Sonder-Edition des neuen SABRINA SETLUR Albums "Lauta". Abgesehen vom eindeutigen Mangel in Sachen deutscher Orthographie fiel einem dieses große Format auf. Denn diese, auf 200 Stück limitierte CD enthält ein von SABRINA SETLUR signiertes Bild im Format 50 x 50 cm sowie – und jetzt kommt der Knaller – einen SABRINA SETLUR-Telefon-Gutschein. Dieser lässt sich folgendermaßen verwenden:

1. Ein personalisierter Anrufbeantworter-Spruch von SABRINA SETLUR mit deinem gewünschten Text per mp3

Beispiel: "Ey, hier ist die Sabrina. Wenn du den Jupp sprechen willst, der ist in der Suppenküche der Heilsarmee weil er nach dem Kauf meiner letzten CD kein Geld mehr hatte"

2. Fünf Minuten telefonieren mit SABRINA SETLUR

Beispiel: "Ey, voll dufte, dass du mich reich gemacht hast und so. Bleib so cool wie du bist!"

3. SABRINA SETLUR ruft eine Person Deiner Wahl an.

Beispiel: "Hör mal Kleene, ich soll dir von deinem Freund sagen, dass Schluss ist und er seit drei Monaten deine beste Freundin pimpert."

Kostenpunkt für dieses sensationelle Paket: ca. 99 Euro. Da können Nuclear Blast und co ja noch richtig was lernen! Vielleicht kommt sie ja demnächst, die spezielle Tour-Edition der neuen NIGHTWISH mit einen Gutschein für einen Abend lang saufen mit Anette Olzon oder fünf Minuten kuscheln mit Tuomas Holopainen.

"Live And Dangerous", diesen Klassiker von einem Live-Album habe ich übrigens dann für sechs Euro mitgenommen. Man ist ja nicht so. Und da ich kein SABRINA SETLUR-Fan bin, hatte ich das Geld ja noch übrig.

Von Schulhöfen und Black Metallern

Saturday, November 3. 2007
Ich kann mich gut an die musikideologischen Kleinkriege auf den Schulhöfen der 80er erinnern. Im Kanton Zürich wurde dieses fakultative Fach unter dem Namen "Häwis gegen Räpper" abgehalten und die Beantwortung der Frage "Bisch en Häwi?" konnte physische Konsequenzen haben. Dank Grunge und kapitalistischem Markenverblödungwahnsinn verschwand dieses Gewissensfrage jedoch in den 90ern und die Häwis verzogen sich in den finsteren Underground. Oder verschwand sie gar nicht, sondern wurde einfach am Gymnasium nicht weiter ausgekämpft, da sich dort die Räpper nicht aufhielten? Wer weiss.

Doch jetzt ist die Frage wieder aufgetaucht, und die Häwis schlagen zurück. Seit kurzem weiss man dank der BILD, dass DIMMU BORGIR den Schulhof mit dem Gerichtssaal getauscht haben und sich dort den kleptomanischen Verbalvulgarier BUSHIDO vorknöpfen wollen. Dieser hat ausgerechnet beim norwegischen Black Metal-Hit "Mourning Palace" geklaut und fürchtet Satans Strafe so sehr, dass er nur noch ein "Kein Kommentar" über die Lippen bringt.

Überhaupt scheinen sich norwegische Black Metaller wieder mehr auf Gerichtsäle als geeignete Schlachtplätze verlagern zu wollen. Der aus seiner selbst gegründeten Band GORGOROTH geschasste Infernus verspricht auf Plappermaul bei Satan zurückzukommen. Um sein Versprechen zu unterstreichen, geizt er nicht mit Paragraphenprügel und wischt seinen ehemaligen Mitstreitern gerade noch eins aus, indem er die Evilness seines Bassisten durch Verraten dessen Berufes - ähm, sagen wir mal - schmälert. Dieser soll nämlich Grundschullehrer sein - wobei wir wieder da wären, wo wir begonnen haben. Auf dem Schulhof.