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CHARISMA: Karma

CD-Review vom 23.01.2000   drucken senden

Zwar ist "Karma" bereits einige Monate veröffentlicht, doch traf die Promo erst vor kurzem ein und somit gibt es eben erst jetzt ein Review. In einigen einschlägigen Magazinen wurden Charisma mit hervorragenden Kritiken bedacht, doch ist jene Lobhudelei für mich kaum nachvollziehbar. Offentsichtlich verfehlte der Beipackzettel seine Wirkung nicht, denn gerade die "ausgebildete Jazz-Sängerin und Gesangslehrerin" weiß mit ihrem Stimmchen in den "anspruchsvollen Rocksounds" selten die gewünschten Akzente zu setzen. Charisma pendeln zwischen Hardrock mit leichtem Progeinschlag und gemäßigten Rocksounds. Besonders die ersten Tracks "State Design" und der Titelsong wissen durchaus zu gefallen, einzig der Gesang von Annette Kienzle schwimmt etwas in den kräftigen Arrangements, da ihre Stimme in den Höhen einiges an Volumen einbüßt. "The Prophets" kommt jedoch um einiges ruhiger und ist durchweg sehr eingängig gehalten, wirkt auf mich aber eher belanglos. Der Tiefpunkt ist dass leicht verrockte und unveränderte Abba-Cover "Rich Man´s World", doch wer braucht so etwas? "Warm My Soul" kommt ebenfalls sehr eingängig und unterstreicht erneut die Schwerpunkte in Charisma´s Musik, doch fehlen mir schlicht die emotionalen Momente. Zu Song Nummer 6 kann ich leider nicht viel sagen, da er weder in der Tracklist des beiliegenden Zettels, noch auf der Promo erscheint. Aber wahrscheinlich ist das die neueste Variante der "Hidden Track - Methode". "Open Eye" rockt nach der Dürreperiode nochmal ordentlich und dann sind Charisma einfach am stärksten. Mit der etwas plätschernden Ballade "Serpent" und der Neuauflage von "Deeper Ground" wird "Karma" beschlossen. Letzterer Track stammt bekanntlich von Ivanhoe und so verwundert es auch kaum, dass ein Teil des Line-Up´s von Ivanhoe stammt.

Wer "Karma" noch nicht gekauft hat, sollte reinhören und selbst entscheiden!

Thomas

Tracklist:
state design
karma
the prophets
rich man´s world
warm my soul
???
open eye
serpent
deeper ground

Line-Up:
Annette Kienzle - vocals
Achim Welsch - guitars, vocals
Giovanni Soulas - bass
Richard Seibel - keyboards
Markus Blind - drums

Label: Massacre


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