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DEADLOCK: The Arrival

CD-Review vom 13.11.2002   drucken senden

Trends. Sie sind wie eine Plage, die Anfangs noch ganz okay war. Es gibt so viele Richtungen, die dadurch ausgewimpt sind und gar nichts besonderes mehr darstellen. Anfangs gab es noch ein kribbeln im Bauch, wenn ich eine Hardcore-Combo hörte, die sich mit melodischem Death Metal verband. Heute wirkt es eher vorhersehbar, trotz großartiger Outputs in der letzten Zeit. Es war nur eine Frage der Zeit bis diese Mischung, die durchaus funktioniert, dieser Trend nach Europa überschwappen würde.

DEADLOCK stellen die erste Band aus Deutschland dar, die diesen Mix konsequent an den Hörer bringt. Meine Befürchtung, dass dieses Album keine Magie beeinhaltet kann ich nach dem Hören größtenteils verwerfen, denn die Bayern zeigen einiges an Potential, sowohl in technischer als auch in kompositorischer Hinsicht. Hier gibt es keine radiotauglichen 3-minuten Songs; die epischen Songs sprechen Bände. Bereits das an CRADLE OF FILTH erinnernde Intro - ich dachte, ich hätte mal wieder "Midian" im Player - macht dies deutlich, desweiteren gibt es epische Songs wie "Killing the Time with Haemoglobin", das elf Minuten dauert und viele Stimmungswechsel beeinhaltet. Beginnt der Song noch als DARK TRANQUILLITY-mäßiger Nackenbrecher, endet er mit melancholischen Twin Guitar-Melodien. Das darauffolgende "Spring is Awoken" wirkt, genau wie das abschließende "For the New Prophets" geradezu manisch: von ruhigen Passagen mit wunderschönem Frauengesang bis hin zu einem krassen Knüppelfest ist alles drin. Die Instrumentierung limitiert sich zu keiner Zeit: Wenn es gut dazu passt, vervollständigen Keyboards das Bild und verleihen eine besondere Atmosphäre ("Lebe Wohl").

Hardcore sucht man aus musikalischer Sicht bei DEADLOCK fast vergebens, in dem Zusammenhang handelt es sich um eine reine Metaltruppe. Der krasse Schreigesang und die Attitüde hingegen ist Hardcore pur. Selbst, wenn es nicht viel Abwechlslung in den Vocals von Johannes gibt, so passt sie perfekt zur Musik und langweilt nie. Vor Spielfreude strotzen die Riffs, viele Grimmiks wurden eingebaut, zur Freude des Hörers: Der kann sich mit jedem Hördurchlauf neuer Details erfreuen. Manche Riffs, wie in "Menschenhand" hingegen wirken eher erzwungen. Schade, denn sie schmälern den Gesamteindruck des Albums ein wenig. Dafür sind Drummer Tobias und Basser Tom fit, bilden kein großartig Technisches, aber effektives Grundgerüst.

Abschließend bleibt nur zu sagen, dass es mehr Bands geben sollte, die diesem schon jetzt ausgelaugten Underground-Trend neue Kraft geben sollte. Wenn ihr mal wieder eine engagierte Band hören wollt, die vieles besser kann, als die Kollegen jenseits des großen Teichs, so ist DEADLOCK die beste Adresse.


Spielzeit: 61:27 Min.

Line-Up:
Tom - Guitar
Sebastian - Guitar
Johannes - Vocals
Tobias - Drums
Thomas - Bass

Label: Winter Recordings

Homepage: http://www.xdeadlockx.com

Email: newprophets@aol.com

Tracklist:
1. Opening the Gates…
2. With a Smile on Your Face
3. Killing the Time with Haemoglobin
4. Spring is Awoken
5. The more Money They Get, the Colder Their Hearts
6. Menschenhand
7. This Winter Day´s Magic
8. Lebe Wohl
9. Praeludium
10. Love. I Think I Had Never Felt it Before. So I cannot Say I Have Felt it this Time, but You Were My Everything
11. …For the New Prophets




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