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BEEN OBSCENE: The Magic Table Dance

CD-Review vom 28.08.2010   drucken senden

cdreview - BEEN OBSCENE: The Magic Table DanceHa, bei dem schönen Titel "The Magic Table Dance" muss ich doch gleich mal an die eigenen zwei Shows in einem Tabledance-Club denken. Die Mädels hatten ihren absoluten Spaß, sich im Rhythmus doomiger Klänge zu bewegen. Die zuschauenden Herren waren allerdings eher verwirrt. Weniger verwirrt waren Elektrohasch, welche das Debüt der 2007 gegründeten Salzburger BEEN OBSCENE ins Programm genommen haben, denn die Österreicher passen perfekt zum Label.

Staubig groovend kann einen schon der Opener beglücken, der einen mit warmem Stoner-Sound einlullt, um dann Popo tretend abzugehen. Rein instrumental steigert sich der Song dezent und immer fordernder, Gesang vermisst man nicht. Der taucht eh erst zur Mitte des zweiten Songs auf. Die jugendlich und recht soft klingende Stimme von Thomas Nachtigal fügt sich unaufdringlich im Gesamtsound ein, liegt auch mal dezent daneben, verleiht den Songs eine angenehme Naivität. Das täuscht aber, auch wenn die Songs selbst in den energischeren Momenten eine fantastische Leichtigkeit und Lässigkeit mit sich bringen, stimmt hier jeder Ton, statt benebeltem Jamfeeling gibt es hier sehr durchdachte Musik. Die wirkt aber zu keinem Moment kopflastig, wie bei so manch anderen Kollegen. Die Lässigkeit und eine gefühlte Unbekümmertheit stehen immer ungekünstelt im Vordergrund. Wo man bei "Staying Alive" von den BEE GEEs sofort an einen hüftschwingenden Disco-Travi denkt, bei PANTERAs "Walk" vor dem geistigen Auge ein harter Metaller durch dunkle Straßen zieht, da hat man bei "Come Over" schnell einen relaxten, wahrscheinlich von gerauchten Würzkräutern benebelten Hippie vor Augen, wie er swingend durch Hamburg Altona oder dem Multikultialternativviertel eures Vertrauens zieht. Ja, wahrscheinlich wird auch sein Hintern im Takt mitschwingen, was in so einer Breitcordhose mit Schlag natürlich passend freakig aussieht. Auch "Impressions" kommt mit einem locker-flockigen Groove daher, aufgepeppt mit poppigen Gesangsmelodien aus den frühen 70ern. Jeder Song hat seine großen Momente, wirkt im Ganzen schlüssig, nimmt einen unaufdringlich, aber entschlossen gefangen. Ha, das kurze, spinnige Instrumental "Ring Ring", herrlich. Wer weiß, wie Leute - vor allem weibliche - reagieren, wenn mitten beim Bezahlen an der Kasse im Supermarkt das Handy klingelt, irgendwo verbuddelt in der Hand- oder Einkaufstasche, der weiß, wie dieser Quickie klingt. Höhepunkt auf "The Magic Table Dance" ist aber das 14-Minuten-Monster "Demons". Nachdenklich-sentimental dahin schwebend explodiert der Song in knackige Grooves, die fast mehr nach Maryland-Doomrock klingen als nach Hippiemusik.

Aber eigentlich ist es egal, wo man reinhört, die Songs machen durchweg Spaß. Wer Stoner Rock mit starkem Hippie-Flair mag, die Elektrohasch-Hausband COLOUR HAZE, Kollegen wie MY SLEEPING KARMA, ROTOR oder auch QUEENS OF THE STONE AGE mag, der sollte unbedingt zugreifen. Vor allem auch, weil BEEN OBSCENE schon jetzt bei allen Parallelen ihre eigene, einladende Nische gefunden haben. Zudem klingt "The Magic Table Dance" viel länger als es tatsächlich ist. Nicht weil es langatmig oder gar langweilig wäre, sondern weil man nebenher herrlich abhängen und vom Alltag runterkommen kann.



Veröffentlichungstermin: 27.08.2010

Spielzeit: 45:12 Min.

Line-Up:

Thomas Nachtigal - Vocals, Guitar
Peter Kreyci - Guitar
Philipp Zezula - Bass
Robert Schoosleitner - Drums

Additional Vocals:
Haris Turkanovič (2,3,5)
Angela Luger (3)
Emanuel Krimplstätter (8)



Produziert von Emanuel Krimplstätter und Been Obscene
Label: Elektrohasch

Homepage: http://www.beenobscene.com

MySpace: http://www.myspace.com/beenobscene

Tracklist:

1. The Magic Table Dance
2. Uniform
3. Come Over
4. Freakin´ Rabbit
5. Impressions
6. Demons
7. Ring Ring
8. How It Feels





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