IROHA & FRAGMENT.: Bittersweet [Split]
"Bittersweet" ist die frechste Split, die ich seit langem gehört habe, und das obwohl sie eigentlich wunderschön ist. Denn auf den ersten Eindruck möchte man glauben, hier spielt nur eine Band. Und die heißt JESU. Das wirklich freche hierbei ist, dass IROHA unter anderem aus Andy Swan und Diarmuid Dalton, langjährigen Weggefährten von Justin Broadrick himself bestehen. Eine B-Version von JESU ist das Material auf "Bittersweet" allerdings nicht, denn sowohl IROHA, als auch ihre Splitpartner FRAGMENT. aus Frankreich haben beachtliches bis wirklich großes Talent, wunderschöne Songs zu schreiben. Langsam und zärtlich zwischen elektronisch veränderten Drums, massiven Riffs, sanften und weichen Synthesizern und Gesängen graben sich beide Bands ins Herz des Hörers und bieten Material für ruhige Stunden.
Ja, es gibt Unterschiede zwischen den hier arbeitenden Künstlern, aber die sind mit der Lupe zu suchen. Somit ist diese Split eine der wenigen mit einem sehr geschlossenen Gesamteindruck. "Bittersweet", der Titel ist Programm. Beide Tracks von IROHA und FRAGMENT., als auch die Zusammenarbeit beider Bands mit dem Titel "Bittersweet" sind schön und traurig zugleich und erzeugen nicht selten Gänsehaut. Dennoch fallen einige Punkte auf, die JESU besser im Griff haben. So ist die Produktion beim Original ausgewogener, außerdem werden die Songs auch bei Überlänge straffer arrangiert. Bei IROHAs "Something´s Got To Give" oder dem zu Tränen rührenden "Carved In The Sand" von FRAGMENT. vergisst man diese Umstände allerdings gerne.
Unterm Strich bietet Thierry Arnal alias FRAGMENT. mit seinen Songs doch besseres Material als IROHA. Der Franzose hat ein sehr gutes Händchen für Arrangements, übt sich aber dennoch in vorsichtiger Zurückhaltung, auch wenn er mit seinen Songs wuchtiger ist - "Messiah" von GODFLESH lässt grüßen - weiß er, wie weit er gehen kann um die Gratwanderung zwischen der Heaviness von Industrial, Dub, Drone und Shoegaze immer zu wahren. Hier hat FRAGMENT. IROHA etwas voraus, so dass sie mit einer Nasenlänge Vorsprung gewinnen. Alles in allem ist "Bittersweet" eine schöne Zusammenarbeit zweier talentierter Bands, die aus dem Schatten von JESU nicht springen können, aber eine gelungene Alternative zu vergleichsweise schwachen EPs wie "Lifeline" und "Why We Are Not Perfect" darstellen. Wer jetzt noch zweifelt sollte sich vor dem Kauf auf der Labelwebsite diese Split downloaden und sich selbst davon überzeugen.
Veröffentlichungstermin: 18. Juni 2010
Spielzeit: 43:43 Min.
Line-Up:
IROHA
Andy Swan
Diarmuid Dalton
Dominic Crane
http://www.myspace.com/irohamusic
FRAGMENT.
Thierry Arnal
http://www.myspace.com/fragmentmonolith
Label: Denovali
Homepage: http://www.denovali.com/irohafragment/
Tracklist:
1. Wish Upon A Star (IROHA)
2. Something´s Got To Give (IROHA)
3. Bittersweet (IROHA & FRAGMENT.)
4. Turning Around (FRAGMENT.)
5. Carved In The Sand (FRAGMENT.)
6. Bittersweet (Remix)
IROHA im vampster-Archiv
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CD-Review
IROHA: Iroha (14.02.2011)
News
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Die Kiste gehört hundertprozentig denen, aber ganz sicher bin ich mir nicht.