SIGH: Scenes From Hell
SIGHs "Gallows Gallery" konnte bei mir unter anderem mit dem grandiosen Cover-Artwork punkten, "Hangman`s Hymn" war im visuellen Bereich dann weniger spektakulär. Mit "Scenes From Hell" peilen die Japaner SIGH den Thron des besten Coverartworks jedoch wieder zielgenau an - das Artwork von Eliran Kantor ist schlicht atemberaubend und die Einbindung des Bandlogos ins Bild extrem gelungen. Respekt!Musikalisch bleiben SIGH sich in ihrer abgedrehten Weise treu. Im Opener "Prelude to the Oracle" kommen die schreienden Fans am MARYLAND DEATH FEST zu Wort, danach widmen sich die Japaner wieder allein ihrem verrückten Schaffen. Dies tun sie - leider leider - manchmal mit etwas matschiger Spielweise und fallen so soundtechnisch und spielerisch etwas hinter den vergleichbaren Kollegen DIABLO SWING ORCHESTRA und deren Hammeralbum "Sing along songs for the delirious & damned" zurück.
Ansonsten kann man "Scenes From Hell" jedoch wenig anlasten. SIGH scheuen sich weder vor Disharmonien noch Bläsern (flotter Saxofon-Einsatz in "Musica in Tempora Belli") und wenn im Promo-Info steht, das Album sei für Fans von DIMMU BORGIR, CRADLE OF FILTH, SLAYER und Wagner, dann kann man das unterschreiben. Wohlgemerkt mit dem Zusatz, dass SIGH wesentlich interessanter agieren als die beiden erstgenannten Truppen und sich mit ihren wilden Songs in die Nähe rücken von Bands wie DIABLO SWING ORCHESTRA (z.B. im starken "The Red Funeral"), SIRIUS oder TRANSCENDING BIZARRE?. Ausserdem verarbeiten die Japaner die Klassik- und Filmmusikeinflüsse völlig ungezwungen und ohne den Vorsatz, schrecklich ernst oder böse klingen zu müssen - sehr erfrischend...
Was "Scenes From Hell" trotz dem famosen "The Red Funeral" fehlt, ist der eine Übersong, der einen gar nicht mehr loslässt - andererseits kriegt man acht sehr gute Tracks geboten, die auch nach mehreren Hördurchläufen noch immer Überraschungen bieten. Und einen Schluss kann man schon nach wenigen Minuten "Scenes From Hell" ziehen: SIGH sind definitiv spannender als die ganzen Visual Kei-Truppen zusammen.
Fazit: SIGH übertreffen "Hangman`s Hymn" und "Sing along songs for the delirious & damned" mit "Scenes From Hell" zwar nicht, liefern jedoch ein flottes, wildes, skurriles Album ab, das einen nicht so rasch loslässt. Geil!
Veröffentlichungstermin: 29.01.2010
Spielzeit: 43:06 Min.
Line-Up:
Mirai Kawashima - Vocals, Keyboards, Sampling, Programmierung, Vocoder Shinichi Ishikawa - Gitarren
Satoshi Fujinami - Bass
Junichi Harashima - Drums
Dr. Mikannibal - Altosaxofon, Vocals
Gastmusiker
David Tibet (CURRENT 93) - Vocals
Kam Lee (MANTAS/DEATH, MASSACRE) - Vocals
Produziert von SIGH, James Murphy
Label: The End Records / Soulfood Music
Homepage: http://www.sighjapan.com
MySpace: http://www.myspace.com/sighjapan
Tracklist:
1. Prelude to the Oracle
2. L`art de Mourir
3. The Soul Grave
4. The Red Funeral
5. The Summer Funeral
6. Musica in Tempora Belli
7. Vanitas
8. Scenes from Hell
SIGH im vampster-Archiv
Es wurden 16 Artikel zu SIGH im vampster-Archiv gefunden.Artikelübersicht anzeigen:
CD-Review
SIGH: In Somnophobia (15.02.2012)
SIGH: Hangman`s Hymn – Musikalische Exequien (04.07.2007)
SIGH: Gallows Gallery (16.12.2005)
SIGH: Imaginery Sonicscape (25.07.2001)
Interview
SIGH: Drogen geben dir kein Talent, das du nicht hast. Nie. (05.03.2012)
News
SIGH: neues Album ´In Somniphobia´ (15.02.2012)
SIGH: neues Album ´In Somniphobia´ Anfang 2011 (07.10.2010)
SIGH: ´Song vom neuen Album ´Scenes From Hell` online (17.11.2009)
SIGH: die Trackliste zu `Scenes From Hell` (11.09.2009)
SIGH: `Sigh`s Tribute To Venom` und `Scenes from Hell / Tempore Belli / Vanitas` kommen (19.03.2008)
SIGH: Re-Release von ´Gallows Gallery´ im November (07.10.2007)
SIGH: Vorgeschmack aufs neue Album (08.02.2007)
SIGH: Album im Kasten (21.09.2006)
SIGH: geben Trackliste bekannt (16.07.2006)
SIGH: unterschreiben bei The End Records (23.03.2006)
SIGH: Videodreh und siebtes Album (12.02.2006)

Langeisen impliziert einen länglichen Gegenstand, zum Beispiel einen Edelvibrator.