SUPER 400: Sweet Fist
Mit dem letzten Album 3 And The Beast konnten SUPER 400 durchaus überzeugen. Dass die Band aus Troy/New York mit ihrem fünften Album aber einen derartigen Sprung macht, das hätte ich nie erwartet. Zumal die Scheibe - was immer man sich beim Albumtitel denken mag - sich tatsächlich erst zart ankuschelt und dann nachhaltig immer gewaltiger wird und sich letztendlich mächtig zeigt wie, äh, ja...Die Zutaten haben sich nicht so sehr verändert, wie bisher steht bluesiger Classic-Rock an, der immer mal wieder eine Portion CREAM, viel LED ZEPPELIN, bluesigen JIMI HENDRIX abbekommt. Die verspielte, psychedelische Seite wird diesmal allerdings weitaus intensiver ausgelebt. Und auch wenn SUPER 400 ihre unbeschwerte Rauheit bewahrt haben, so wirkt "Sweet Fist" doch recht relaxed. Oft hört man überdeutlich, dass die teils langen Leads in einem Take eingespielt wurden. Reichlich schräge Töne haben sich eingeschlichen, die aber eher die Ehrlichkeit der Band widergeben. Lieber ein lebendiges, dynamisches Solo mit kleinen Ausrutschern als die üblichen Zusammenschnitte am Studioboard. Die Grooves von Joe Daley kommen knackig auf den Punkt, die Riffs von Kenny Hohlman verspielt, sie wandern von zarten Bluesmoods zu gewaltigen Riffattacken, das natürlich im fuzzy 60/70er Sound alter Gitarren, Tubescreamer und Oldtimer-Amps. Seine Stimme erinnert weiterhin stark an den jungen IAN GILLAN, ist aber hörbar gewachsen, kommt weitaus souliger und variantenreicher. Eine unüberhörbare Entwicklung hat auch Lori Friday hinter sich, ihr Bassspiel kommt weitaus selbstbewusster und vordergründiger. Die Frau hat nicht nur wunderschöne Beine, äh, alte Bassgitarren. Bei "Flashlight" zeigt sie eine tolle Stimme, die mädchenhaft und unschuldig mehr Sexappeal ausstrahlt als die der meisten Lack & Leder-Metaltanten.
Dem stehen wirklich coole Songs zur Seite, die anfangs nur gute Blues/Classic-Rocker sind, mit jedem Durchgang jedoch immer mächtiger werden und tiefer gehen, äh, ja, da sind wir wieder. Die perfekte CD für hochklassige Tabledance-Bars haben definitiv SUPER 400 abgeliefert, klingt irgendwie sexy, das Teil. Von den eher treibenden ersten Songs über das extrem groovende "FFMN" über den Slowblues "Sand Hill", Hippie-Rock und softer Country-Ballade bis zum überaus gelungenen CAROLE KING-Cover "I Feel The Earth Move" entdeckt man immer mehr. Das anfängliche Mitwippen wächst bald zu einem intensiven Zuhören, was nun wirklich nicht jede Classic Rock-Band schafft. Hier kann man richtig Spaß haben, aber auch gepflegt den coolen Songs und dem Klang alter Instrumente zuhören. Bei mir hat sich "Sweet Fist" immer mehr vom gelegentlichen Abwaschbegleiter zum Dauergast im Player entwickelt.
Wer im Classic-Rock mehr sieht als Begleitmusik für Alte Säcke-Partys, der kommt an SUPER 400 nicht mehr vorbei, "Sweet Fist" gehört dann als Highlight in die Sammlung. Wie so oft besucht man am Einfachsten Just For Kicks.
Veröffentlichungstermin: 14.11.2009
Spielzeit: 51:31 Min.
Line-Up:
Kenny Hohlman - Guitar, Vocals
Lori Friday - Bass, Mellotron, Piano, Vocals
Joe Daley - Drums
Gast: Tina Summer - Flöte (12)
Produziert von Super 400
Label: Response Records
MySpace: http://www.myspace.com/super400
Tracklist:
1. Needle Down
2. Another Heavy World
3. FFMN
4. Flashlight
5. Wave
6. Sand Hill
7. Thought It Was The End
8. Dreamboat
9. Thorn Tree
10. I Feel The Earth Move
11. Devil Song
12. White Bird
SUPER 400 im vampster-Archiv
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CD-Review
SUPER 400: 3 And The Beast [Eigenproduktion] (10.11.2009)

Diese Woche auf Doom-Tour hat mich einfach reifer, klüger und schöner gemacht.