EMIL BULLS: Phoenix
Schon "The Black Path" katapultierte die EMIL BULLS in die oberste Liga der Hookline-Champions-League. Dazu überzeugte die saftige, moderne Härte, die für einen perfekten Gegenpol zur Melodiösität der Refrains sorgte und vor allem live reinknallte. Folglich dürften die EMIL BULLS beim Songwriting für "Phoenix" vor dem Problem gestanden zu haben, weder diesen Geniestreich einfach bloß zu kopieren noch die wunderbare Balance zwischen Härte und Harmonie zu zerstören. Diesen gordischen Knoten zerschlagen die Münchner wie erhofft spielerisch locker, indem sie einfach noch mehr polarisieren. Wenn "Phoenix" hart klingen soll, fliegen wirklich die Fetzen - prima nachzuhören beim thrashigen "When God Was Sleeping" und beim Doublebass-Stakkato-Wechselbad "Ad Infinitum" -, und wenn sich die Melodien Bahn brechen, dann tun sie das mit epischer Urgewalt, wofür die Refrains von "The Architects Of My Apocalypse" und "Man Overboard! - The Dark Hour Of Reason" stellvertretend als Beispiele genannt sein sollen. Dieses Rezept verhilft "Phoenix" nicht nur dazu, "The Black Path" ebenbürtig zu sein, sondern verleiht dem Album obendrein eine Vielseitigkeit, die für dauerhaften Hörspaß sorgt. Dass den EMIL BULLS dabei nicht die Identität zwischen ballerndem Riff und punkigen Melodien, zuckriger Süße und pulsierendem Groove abhanden kommt, dafür sorgen natürlich das absolut schlüssige und doch überraschende Songwriting und Sänger Christoph von Freydorf mit seinem unverwechselbaren und doch so facettenreichen Organ. Egal, ob mit hysterischem Brüllen oder verzweifelt flehenden Gesangsmelodien, unnachahmlich stellt er sicher, dass kein einziger Song von "Phoenix" einfach so vorbeiflutscht. Je mehr Zeit man dem Album gibt, umso wertvoller wird jeder einzelne Song. Jeder Song? OK, bei dem zu sanften Abschluss "I Don´t Belong Here" geht den Münchnern in der Schlussphase die Puste aus. Davon abgesehen jedoch legt hier eine der talentiertesten und vielseitigsten Modern-Rock-Bands Deutschlands - was sag ich: der Welt! - ihr endgültiges Reifezeugnis vor. Und gleich noch einmal "Play" drücken...Veröffentlichungstermin: 25.09.2009
Spielzeit: 51:57 Min.
Line-Up:
Christoph von Freydorf – Gesang
James Richardson – Bass
Stefan Karl – Gitarre
Andy Bock – Gitarre
Fabian Füss – Drums
Produziert von Benny Richter
Label: Drakkar/Sony/BMG
Homepage: http://www.emilbulls.de
MySpace: http://www.myspace.com/emilbulls
Tracklist:
Here Comes The Fire
When God Was Sleeping
The Architects Of My Apocalypse
Ad Infinitum
Triumph And Disaster
Man Overboard! - The Dark Hour Of Reason
The Storm Comes In
Time
Nothing In This World
Infecting The Programm
It´s High Time
Son Of The Morning
I Don´t Belong Here
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Meinen Reviews sieht man an, welche Klassen ich gerade unterrichte.