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NAGELFAR: Hünengrab im Herbst [Re-Release]

CD-Review vom 28.03.2009   drucken senden

cdreview - NAGELFAR: Hünengrab im Herbst [Re-Release]Wenn es um richtig guten Black Metal Made in Germany geht fallen dir hoffentlich sofort NAGELFAR ein, denn die haben zu Lebzeiten drei Alben veröffentlicht, die den Underground aufgemischt haben. Allen voran das Debüt "Hünengrab im Herbst", ein episches Meisterwerk, das wie nur wenige diesem Genre verhalf, sich weiter zu entwickeln, noch vor "Lethe" von NOCTE OBDUCTA und "Von Schemen und Trugbildern" der GRABNEBELFÜRSTEN. Und auch trotz der gänzlich unterschiedlichen Herangehensweise dieser Bands dürfen sie in einem Atemzug miteinander genannt werden, wenn es um gehaltvollen deutschen Black Metal geht.

NAGELFAR heben sich alleine durch ihre Thematik rein gar nicht von anderen Bands dieser Sparte ab, Folklore der Wikinger geistert durch die Welt von NAGELFAR, und zwar so sehr, dass sie diesem Krieger einen Namen gegeben haben: "Srontgorrth", nachdem nicht nur einige Songs, sondern auch das zweite Album der Band benannt wurde. Somit erzählt auch "Hünengrab im Herbst" eine Geschichte, wie sie klischeeerfüllter gar nicht sein kann und doch ist musikalisch hier Großartiges geboten. Im Vergleich zum Album "Srontgorrth" mit deutlich weniger Experimenten im Bereich des EBM, im Vergleich zu "Virus West" deutlich epischer und bombastischer angelegt. Eine knappe Stunde Spielzeit dauert "Hünengrab im Herbst", und es bietet klirrenden, kalten Black Metal mit genialen Riffs zwischen gnadenlos rasend, sowie erhaben und mächtig, mit tollem Schlagzeugspiel, mit abwechslungsreichem Gesang und mit Keyboards und Pianopassagen, die nicht platt wirken, sondern der Musik eine tiefere Ebene bescheren und für Gänsehaut sorgen.

So entstehen Songs zwischen fünf und fünfzehn Minuten, die alle ein großes Ganzes ergeben, welche die einzelnen Kapitel des Albums in der erforderten Zeit abhandeln. So ist "Seelenland" ein recht eingängiges, klar strukturiertes Stück, während "Schwanengesang" ausufernd komplex ist. Auch großartig: Der ruhige Titeltrack gänzlich jenseits von Metal, "Srontgorrth" mit seinem sensationellem Finale und das abschließende "Der Flug des Raben", bei dem die Aachener alles vereinen, was sie und ihre Faszination ausmacht und das "Hünengrab im Herbst" würdig abschließt.

Das Debütalbum von NAGELFAR wurde vor über zehn Jahren über KETTENHUND RECORDS veröffentlicht und ist natürlich längst ausverkauft. Grund genug das Album über VÁN RECORDS, das Label von ehemaligen NAGELFAR-Bandmitgliedern, wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das damals schon stark von Andy Classen produzierte Album bedarf keines neuen Masterings. Stattdessen wird auf ein morbides, neues Artwork gesetzt und der Track "Fressen der Raben" des zweiten Demos "Jagd" darauf gepackt, um die Stunde Musik voll zu machen. Dies ist zwar kein essentieller Song, bietet aber einen guten Blick darauf, wie grimmig und boshaft diese Band Mitte der Neunziger mal war.

Wer sich für deutsche Black Metal-Geschichte interessiert und dieses Juwel noch nicht in seinem Schrank hat, nun ist die Gelegenheit. "Hünengrab im Herbst" wurde ein Re-Release geschenkt das auch wirklich Sinn macht und sehr liebevoll gestaltet ist. Sehr empfehlenswert!

Veröffentlichungstermin: 27. März 2009

Spielzeit: 59:28 Min.

Line-Up:
Jander - Vocals
Zorn - Guitar
Weidmann Sveinn Hacklenberg - Bass
Alexander von Meilenwald - Drums


Produziert von Andy Classen und NAGELFAR
Label: Van Records

Tracklist:
1. Intro
2. Seelenland
3. Schwanengesang
4. Hünengrab im Herbst
5. Bildnis der Apokalypse
6. Srontgorrth (Das dritte Kapitel)
7. Der Flug des Raben
8. Fressen der Raben (Bonus Track)


NAGELFAR im vampster-Archiv

Es wurden 3 Artikel zu NAGELFAR im vampster-Archiv gefunden.
Artikelübersicht anzeigen:

CD-Review
NAGELFAR: Virus West (27.08.2001)
NAGELFAR: Srontgorrth (09.07.1999)
Nagelfar: Hünengrab im Herbst (01.12.1998)




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