THE BLACK DAHLIA MURDER, CEPHALIC CARNAGE, PSYCROPTIC, SYLOSIS: Transilvania, CH-Erstfeld, 07.02.2009
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| Viel positive Energie: Jamie (SYLOSIS) |
Musikalisch lassen sich Parallelen zu den neueren AT THE GATES-Zeiten sowie KILLSWITCH ENGAGE nicht von der Hand weisen und es überrascht nicht, dass SYLOSIS von einigen THE BLACK DAHLIA MURDER-Fans sogleich ins Herz geschlossen werden. Das Quintett berücksichtigt im Set vor allem Songs des aktuellen Albums "Conclusion of an age", welches mit dem Titeltrack, "Stained Humanity" und "Withered" ausgiebig präsentiert wird. Das Transilvania füllt sich inzwischen immer mehr, und SYLOSIS mausern sich vom wohlwollenden Beifall zur "Hey - hey - hey"-mitschreienden Meutenmotivation. Ihre Anheizermission kann nach dem abschließenden Song "Teras" somit eindeutig als geglückt bezeichnet werden.
Um 21 Uhr ertönt das PSYCROPTIC-Intro und die Tasmanen stellen sich in blaues Licht getaucht auf die Bühne. Mit "Lacertine Forest" vom "The Scepter Of The Ancients"-Album beginnt das Quartett sein Set. Aggressiv und brachial wie immer liefert die Band eine ansprechende Mischung aus Gebretter und technischen Spielereien. Sänger Jason lässt sein tiefes Grunzorgan erschallen und gibt sich seiner Performance hin. Die Ansagen beschränken sich auf ein absolutes Minimum, dafür schüttelt Basser Cameron tüchtig die Matte.
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| Starker Sänger, aber wenig Publikumsinteraktion: Jason (PSYCROPTIC) |
Allerdings entsteht manchmal der Eindruck, dass der talentierte Gitarrist noch Raffinierteres bieten könnte, wenn Drummer David das mit entsprechenden Drumlines mittragen würde. Da er dies jedoch nicht zu tun scheint, kommt der Gedanke auf, dass bei PSYCROPTIC durchaus noch Raum nach oben frei ist. Mit dem letzten "(Ob)Servant"-Song, "Initiate", findet der Gig der Tasmanen dann ein abruptes Ende und die Band verlässt ohne große Abschiedsszene die Bühne. Während dies durchaus normal ist für PSYCROPTIC, bleibt unter dem Strich lediglich ein ordentlicher Gig zu verzeichnen. Spielerisch ist zwar alles in Ordnung - wie immer. Aber damals im Vorprogramm von DISMEMBER wirkten die Tasmanen irgendwie weniger verkrampft und wussten eher zu begeistern.
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| Voller Körpereinsatz bei CEPHALIC CARNAGE |
Alle fünf Amis sind mit vollem Körpereinsatz dabei. Im zweiten Song bedeutet dies, dass sich die Saitenfraktion simultan auf den Rücken rollt und einen Teil des Songs liegend runterbrettert. Eine versteckte Hommage an Cheerleader-Routinen? Man weiß es nicht genau, denn im bizarr-chaotischen Frickeluniversum von CEPHALIC CARNAGE scheint sogar dies möglich.
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| In the name of the Unholy - Black Metal Sabbath |
Cleane, akustische Parts treffen auf Brachialität und Abgefahrenheit, ein vielschichtiges Gebräu fräst sich in die Gehörgänge - wie man es sich auch von "Anomalies" und "Xenosapien" gewohnt ist. Kultige Ansagen à la "Afterwards you go home, and masturbate, and have a very Lucid Interval" begeisternt ebenso wie Snicks fulminant-imponierendes Bass-Spiel auf dem fetten Sechssaiter. CEPHALIC CARNAGE sind routiniert, aber immer top motiviert und wirken nie abgelöscht. Der Aufforderung zum Circlepit wird dann auch Folge geleistet. Zwar nicht von den üblichen gefühlten 90%, wie dies bei MOUNTAINS OF DEATH-Auftritten der Fall ist, aber doch von einigen aus der Meute.
Klar werden die Ansagen mit Hinweisen aufs Grasrauchen angereichert und es erstaunt wenig, dass die Amis das Grasrauchen als Alternative zum Kämpfen propagieren. Den letzten Song widmen CEPHALIC CARNAGE den Transilvania-Mitarbeitern und der Hinweis "We gotta put on our corpsepaint, so give us a fucking second..." lässt die Vorfreude auf "Black Metal Sabbath" in die Höhe schnellen. Dieser wird mit den Worten "In the name of the unholy, we come to bring you a message, a black metal sabbath!" würdevoll eröffnet und die geographisch verwirrte Ansage "Okay, we wanna see one last circle pit - Swedish fucking Switzerland style" führt zur gewünschten physischen Kreisbegeisterung. Mit einem Hinweis auf ihren Merchandise und der Verabschiedung "If you have any weed, let`s fucking get stoned" beschließen CEPHALIC CARNAGE ihren Gig. Und wiederum kann man das Fazit des letztjährigen MOUNTAINS OF DEATH-Auftritts anbringen: Klasse Sound, klasse Musiker, klasse Gig!
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| Hat trotz Neigung zum Sodbrennen genug Live-Energie: Trevor |
Musikalisch lässt sich die Gretchenfrage - "Sind THE BLACK DAHLIA MURDER Metalcore oder nicht" - doch relativ eindeutig beantworten. Abgesehen von einigen Handzeichen, die als Aufforderung zur Publikumsbewegung interpretiert werden können, kann man das Quintett aus Michigan getrost als moderne Melodic Death Metal-Band schubladisieren, wenn es denn sein muss. Erinnerungen an die neueren Zeiten von AT THE GATES und auch CARCASS sind offensichtlich, THE BLACK DAHLIA MURDER reichern ihre Melo-Death-Göteborg-Kreationen einfach noch mit einer gewissen amerikanischen Note an. Der Großteil des Publikums goutiert das Gebotene mit sportlicher Fanaktivität und man merkt, dass viele an diesem Abend vor allem wegen THE BLACK DAHLIA MURDER gekommen sind.
Die Setliste lässt dann auch keine Fanbegierden außer Acht und berücksichtigt alle drei Full Length-Alben der Band. "Elder Misanthropy" führt zurück zum 2003er Output "Unhallowed", "Miscarriage" (inklusive Aufforderung zum Schamhaar-Exhibitionismus in der Ansage) gibt unter anderem einen Einblick ins "Miasma"-Werk. Der Setlistenschwerpunkt liegt indes auf dem aktuellen "Nocturnal"-Werk (dessen Coverartwork von Kristian Wåhlin Trevors Liebe zum fantastischen "Darkside"-Album von NECROPHOBIC symbolisiert).
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| Guter Sound - THE BLACK DAHLIA MURDER |
Layout: Arlette Huguenin D.
Fotos und Titelgraphik: Andreas Szabó
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Wir sind ja so schlimm neutral, wir haben gar keine Feinde mehr.