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FUCK THE FACTS: Disgorge Mexico

CD-Review vom 18.08.2008   drucken senden
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cdreview - FUCK THE FACTS: Disgorge MexicoFiesta Mexicana! FUCK THE FACTS, die schon mit ihrem Relapse-Debüt "Stigmata High-Five" für einen Satz heiße Ohren sorgten, legen auf ihrem neuen Album nun richtig los. "Disgorge Mexico" klingt keinesfalls nach Gore, auch wenn der Titel dies suggeriert, viel mehr nach einem nahezu perfekten Bastard aus allem modernen, hochklassigen Lärmarten. Ohne Kompromisse, ohne Rücksicht auf Verluste wird hier alles verarbeitet, was Lust und Laune, aber und vor allem auch Sinn macht.

FUCK THE FACTS, die recht gnadenlos auf ihrem neuesten Album beginnen, lassen sich nicht in Schubladen stecken. Stattdessen schalten sie gerne ein paar Gänge zurück, um harmonischen Stellen in ihren Songs die Chance zu geben, um das Gesamtbild aufzulockern. Durch melodische, fast schon melancholische Gitarrenläufe wie in "Dead End", "Driving Through Fallen Cities" und dem dissonant-verzweifelten "Golden Age" wird "Disgorge Mexico" derart kurzweilig, dass es rein gar nichts ausmachen würde, wenn dieses Werk siebzig Minuten dauern würde, und das gibt es bei Bands dieser Colheur wirklich selten. Einerseits steht hier exzellenter, extremer Grindcore und Mathcore auf dem Programm, gewitzt, voller Spielfreude, spannend und unberechenbar, weshalb ein straighter, klassischer Crust-Song wie "The Pile of Flesh You Carry" dann doch wieder eine Überraschung darstellt.

Daneben stehen nicht nur die etwas bedächtigeren Verschnaufpausen, sondern vor allem Stücke, die an spannendem, intelligentem Songwriting nicht zu überbieten sind, die das knapp zehnminütige Inferno "Apathy is a Karma Killer" in sich trägt. Von ruhigen, bedächtigen Gitarren, über pures Geballer, bis hin zu doomigen Passagen und vor allem extrem großartige Gitarren-Leads beinhalten diese zehn Minuten mehr als viele ihrer Genrekollegen in ihrer ganzen Karriere. Das ist bärenstark, das entwurzelt Bäume, das gibt Kraft für den Tag, morgens auf dem Weg ins Büro. Vom selben Schlag ist auch das abschließende "Sleepless", wenn auch etwas komprimierter.

"Disgorge Mexico" ist extrem beeindruckend, ein virtuoses Album, voller großartiger Ideen, Herzblut und erstklassiger technischer Darbietungen. Sowohl Gitarrist und Bandchef Topon Das als auch Schlagzeuger Mathieu – hier brennt gar nichts an. Aber auch Sängerin Mel hat sich deutlich gesteigert, in Sachen Verrücktheit und Lungenvolumen kann sie locker mit JR Hayes von PIG DESTOYER mithalten und immer wenn man meint, hysterischer und verrückter geht es nicht, dann macht sie genau das, eine ganz große Vorstellung, das Ganze. Produziert ist das Album hervorragend und genau auf die Musik abgestimmt, schön ursprünglich, und rau, aber dennoch massiv mit einem unglaublich guten Gitarrensound.

FUCK THE FACTS machen auf ihrem neuen Album alles richtig und zeigen sich von einer virtuosen, wie enorm wilden Seite. Abgesehen davon gibt es eine enorm ausführliche Multimedia-Abteilung mit einem Making of und vielen Rubriken, die Aufschluss zu dem Konzept hinter "Disgorge Mexico" geben. Wer von den neuren Relapse-Bands enttäuscht ist und die Wut von Bands wie COALESCE, alten THE DILLINGER ESCAPE PLAN und THE END zu Zeiten von "Within Dividia" in ein fortschrittliches Gewand verpackt hören will, der kommt an diesem schlauen Brocken Lärm, der durchaus seine Zeit braucht, garantiert nicht vorbei.

Veröffentlichungstermin: 25. Juli 2008

Spielzeit: 44:57 Min.

Line-Up:
Mel Mongrel – Vocals
Topon Das – Guitar, Bass, Noise
Mathieu Vilandré – Drums, Guitar, Bass

Label: Relapse Records

Homepage: http://www.fuckthefacts.com

MySpace: http://www.myspace.com/fuckthefacts

Tracklist:
0. Borders
1. No Return
2. Absence and Despite
3. Kelowna
4. As Empires Expand and Collapse
5. Dead End
6. Driving Through Fallen Cities
7. La Culture Du Faux
8. State of Panic
9. No Place for Failure
10. The Storm
11. Apathy is a Karma Killer
12. Golden Age
13. The Pile of Flesh You Carry
14. Sleepless




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