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SOULFLY: Conquer

CD-Review vom 31.07.2008   drucken senden
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cdreview - ConquerDer Zeitpunkt für die Veröffentlichung einer neuen SOULFLY-Platte könnte kaum schlechter sein. Schließlich hat man doch gerade erst mit Inflikted von der Familienzusammenführungs-Band CAVALERA CONSPIRACY noch einmal machtvoll all das demonstriert, was man bei Max´s eigentlicher Band immer vermisst hat: Straighten brasilianischen Thrash-Metal.
SOULFLY ist eben immer schon etwas chaotischer und primitiver gewesen, als die anderen Bands mit Beteiligung der Familie C. Die Verbindung von primitivem Gehacke, Groove und etwas Metal machte aber auch den Reiz der Band aus. Das Einbauen fremder Musikstile oder Weltmusik war in meinen Augen immer schon etwas grenzwertig, konnte aber noch als "neu" durchgehen. Positiv ausgedrückt nennt man das experimentell, aber ehrlich gesagt finde ich es mittlerweile eher schon ermüdend und keinesfalls mehr überraschend, dass mitten in den schönsten Radau-Liedern Marimba/Akustik-Gitarren-Parts mit südamerikanischer Rhythmik eingeschoben werden, sehr viel Gitarren-Noise veranstaltet wird und das ein oder andere Experiment mit Reggae droht. Und natürlich ist mit "Soulfly VI" das obligatorische Instrumental (dieses Mal im relaxten 70er-Stil) vorhanden, das praktischerweise am Ende der CD platziert wurde. All diese Spielereien und Gimmicks, die zum Konzept und Stil von SOULFLY nunmal dazu gehören sind ja interessant und nett, aber ich persönlich brauche das alles nicht. Zumindestens nicht mehr auf der mittlerweile sechsten Platte in schöner Wiederholung. Ich möchte lieber Metal hören, so wie auf eingangs erwähnter Konkurenz-Platte aus dem eigenen Haus in brillianter Form zu finden ist. So borniert bin ich eben.
Aber natürlich gibt es den ja auch auf dieser Platte, in etwa bei "Fall of the Sycophants" oder dem nachfolgenden "Doom", das außerdem noch das herrlich aggressive Rumgeschrote enthält, das keiner so kann wie Max. Zumindestens bis der Reggae-Part einsetzt. Ähnlich verhält es sich mit "Touching the Void", das verdammt heavy und zäh mit einem Killer-Riff anfängt, dann aber leider mit einem schnelleren Part fortgesetzt wird, der mich im ersten Moment erschreckend an "No Sleep ´til Brooklyn" von den Beastie Boys erinnert, sich dann zwar etwas fängt, trotzdem deplaziert bleibt, um wieder in das großartige Anfangsriff zurück zu führen, welches dann in einer Atmo-Lärm-Passage ausläuft. Irgendwie klingt das nicht nach Ideen, die zu Klassikern werden könnten. Man kann sich des Eindruckes nicht erwehren, dass SOULFLY so langsam die echten Experimente ausgegangen sind und man sich daher bemüht, die bewährten Stilbrüche noch etwas krasser einzusetzen, damit man nicht am Ende noch aus Versehen eine reine Metal-Platte gemacht hat. Die Frische und Spontanität der ersten Platten ist natürlich nicht mehr da, das Primitive, Hypnotische, das mir an der Band immer gefallen hat, ist zugunsten der übertriebenen Experimente auch in den Hintergrund getreten und der Thrash-Metal spielte ja ohnehin immer schon nur eine Nebenrolle. Bisher hat das Konzept auch recht gut funktioniert, aber auf dieser Platte scheint jetzt die Hauptrolle, oder die Richtung zu fehlen. Die Platte wirkt im Ganzen zerfahren und irgendwie so, als wäre man nicht mit dem Herzen dabei gewesen, sondern hat stattdessen einfach noch eine Platte nach Schema SOULFLY gemacht und das beste gehofft. In großen Teilen ist dies auch überzeugend gelungen, aber vieles ist leider auch nur Durchschnitt und manches sogar überflüssig.
Und nachdem ich das Paradies gesehen habe, kann ich mich mit dem Fegefeuer nicht mehr zufriedengeben.


Veröffentlichungstermin: 29.07.2008

Spielzeit: 57.22 Min.

Line-Up:
Max-Cavalera - Vox, 4-Strings, Berimbau, Soul, Sitar
Marc Rizzo - Guitars, Flamenco Guitars
Bobby Burns - Bass
Joe Nunez - Drums, Percussion

Produziert von Max Cavalera
Label: Roadrunner Records

Homepage: http://www.soulflyweb.com/

MySpace: http://www.myspace.com/soulfly

Tracklist:
01. Blood Fire War Hate
02. Unleash
03. Paranoia
04. Warmageddon
05. War Ghost
06. Rough
07. Fall Of Sycophants
08. Doom
09. Rot
10. Touching The Void
11. Soulfly VI



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