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WARREL DANE: Praises To The War Machine

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cdreview - WARREL DANE: Praises To The War MachineDiese Jahr, zwanzig Jahre nach dem Release des SANCTUARY-Debütalbums "Refuge Denied" legt WARREL DANE, Frontmann der Seattle-Metaller sowie deren nicht minder brillanter Nachfolgeband NEVERMORE sein erstes Solo-Album vor. Bei NEVERMORE ist gerade Pause, da auch Guitarero Jeff Loomis an seiner Solo-Platte arbeitet, die Zeit war also reif für das schon seit langer Zeit geplante Projekt, für das er unter anderem auf die Hilfe von Matt Wicklund (Ex-HIMSA) und Peter Wichers (Ex-SOILWORK) als Songwriter und Instrumentalisten zurückgegriffen hat. Letzterer hat das Album auch gleich produziert und hierbei einen hervorragenden Job abgeliefert. Ich muss zugeben, dass mich diese Konstellation erst gehörig abgeschreckt hat. Ich hatte schon befürchtet, eine Art glatt produziertes Modern Metal-Album mit NEVERMORE-Gesang präsentiert zu bekommen. Aber das ist erfreulicherweise weit von der Wahrheit entfernt und die beiden Co-Songwriter haben sich als echte Glücksgriffe erwiesen. Aber wonach klingt dieses Album nun? Jedenfalls kaum nach NEVERMORE. Lediglich der letzte Song "Equilibrium" hätte mit einer etwas anderen Produktion und etwas mehr Wahnsinn an der Gitarre durchaus auch auf einem NEVERMORE-Album stehen können. Ansonsten bewegt sich WARREL DANE in deutlich ruhigeren, rockigen Gefilden, lässt den Songs Platz zum Atmen anstatt sie mit instrumentalem Overkill zuzuspachteln, wie es seine Hauptband so vortrefflich beherrscht. Aber WARREL DANE kann auch heavy sein, so zum Beispiel beim Opener Doppelpack "When We Pray" und "Mesenger". Textlich befasst sich WARREL DANE sowohl mit persönlichen Themen wie seinem Bruder oder einem Bekannten seiner Mutter, der ihm früher Geschichten erzählt hat, als auch mit gesellschaftskritischen Themen. Der Opener "When We Pray" zeigt die atheistische Seite von WARREL DANE, stellt er hier doch die Existenz Gottes und den Sinn von Gebeten in Frage.

"Obey" erinnert mich von der Rhythmik her ein wenig an TOOL, ist ansonsten aber eher unscheinbar, uninspiriert und lässt sich am ehesten als Schwachpunkt des Albums ausmachen. Gerade die Gesangslinien sind hier relativ schwach. Das bleibt allerdings der einzige Tiefflieger auf diesem Album, die restlichen Songs sind allesamt mehr als überzeugend. "Let You Down" ist eine sehr schöne Ballade mit Piano und Akustikgitarren. Letztere dominieren auch bei dem Anti Drogen-Song "Your Chosen Misery". Dieser beginnt nur mit Akustikgitarre und Gesang, später ein wenig Schlagzeug und Bass. Erst gegen Ende steigert sich der Song, die elektrische Gitarre kommt dazu. "The Day The Rats Went To War" ist in meinen Augen das unbestrittene Highlight der Scheibe. Der Refrain packt einen so richtig bei den Eiern. Großartig! Eine Hymne gegen die Gier der Oberschicht, die ihren Reichtum auf dem Rücken des kleinen Mannes ergaunert, ohne Rücksicht und Gnade. Der Text zu "Brother ist wohl der persönlichste Songtext, den WARREL DANE je geschrieben hat. Hier geht es um seinen Bruder, der sich nie um ihn gekümmert hat und aufgrund seiner Leukämie-Erkrankung wohl nicht mehr lange zu leben hat. Gerade bei diesem Song und auch "This Old Man" arbeitet WARREL DANE viel mit Laut/Leise-Dynamik. Da werden ruhige Akustik-Gitarren von elektrisch verzerrten Klampfen abgelöst, da trifft ruhiger Gesang in den Strophen auf bombastische Refrains.

Neben den eigenen, in Zusammenarbeit mit Peter Wichers und Matt Wicklund geschriebenen Songs hat Warrel sich auch zwei Fremdkompositionen vorgenommen. Zum einen wäre da das SISTERS OF MERCY-Cover "Lucretia My Reflection", an dem sich auch KREATOR zu ihrer Düster Rock-Phase, die Gott sei Dank nicht lange währte, ja schon versucht haben. Mit verzerrten Gitarren aufgepimpt und Warrels Stimme gefällt mir persönlich der Song ziemlich gut, auch wenn unsere Chefin Andrea das wohl eher anders sieht. Auch die zweite Fremdkomposition, "Patterns", aus der Feder von PAUL SIMON ist sehr gelungen, auch wenn NEVERMORE da mit "The Sound Of Silence" natürlich Maßstäbe gesetzt haben. Allerdings geht WARREL DANE hier doch etwas andere Wege als seine Kollegen und zerhackt den Song nicht völlig, auch wenn seine Version natürlich deutlich heavier sein wird als das mir leider unbekannte Original. Insgesamt ist "Praises To The Warmachine" ein großartiges Album mit wirklich tollen, zum Teil sehr persönlichen Texten und grandiosen Gesangslinien geworden, welches den NEVERMORE-Frontmann mal von einer anderen Seite zeigt als bei seiner Stammband. Besonders auf die Live-Umsetzung darf man gespannt sein und das nicht nur, weil WARREL DANE hierfür schon angekündigt hat, eventuell auch mal wieder den einen oder anderen SANCTUARY-Klassiker zu spielen. So oder so wird dieses Album aber sicher noch lange in meiner Playlist stehen und sicher auch bei der Jahresabrechnung ein gewichtiges Wörtchen mitzureden haben.


Veröffentlichungstermin: 25.04.2008

Spielzeit: 46:00 Min.

Line-Up:
Warrel Dane – vocals
Peter Wichers – guitar, bass
Matt Wicklund – guitar, bass
Dirk Verbeuren – drums


Produziert von Peter Wichers
Label: Century Media

Homepage: http://www.warreldane.com


Tracklist:
01. When We Pray
02. Messenger
03. Obey
04. Lucretia My Reflection
05. Let You Down
06. August
07. Your Chosen Misery
08. The Day The Rats Went To War
09. Brother
10. Patterns
11. This Old Man
12. Equilibrium




Kommentare - 2 Foren-Beiträge:

Kommentar zu WARREL DANE: Praises To The War Machine - CD-Review von agony&ecstasy vom 17.04.2008 Ganzen Artikel bei vampster lesen... [QUOTE]Mit seinem Solo-Debüt bewegt sich WARREL DANE abseits der von NEVERMORE bekannten Pfade und liefert auch dort großartige Musik ab. [/QUOTE]
(Kommentar von vampster am 18.05.2008 um 22:00:37)
>> Kommentar schreiben <<

Zwar nicht so hart wie seine Hauptband, aber trotzdem sehr genial. Der Mann hat einfach eine super Stimme.
(Kommentar von Mike am 18.05.2008 um 22:02:53)
>> Kommentar schreiben <<

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Autor-Info
  
Autor:agony&ecstasy
Email:agony&ecstasy
Datum:17.04.2008



agony&ecstasy: "Alle Online-Magazine sind gleich, aber manche sind gleicher."
Hier will jemand eine Sonderbehandlung von Seiten der Plattenfirmen. - Mehr zu den Vampsters

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