NECROPHOBIC, DEMONICAL, SPAZMOSITY: Tantogården, Stockholm: 04.04.2008
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| Undergroundcharme fängt beim Flyer an |
Von den Merchandise-Preisen her wird man an diesem Abend ebenfalls nicht arg gebeutelt - ein NECROPHOBIC-Shirt gibts für 120 SEK und für Speis und Trank zahlt man an anderen Locations jeweils wesentlich mehr. Schnell füllt sich der Tantogården - nicht nur mit dem alteingesessenen Adel der Stockholmer Death Metal-Szene, sondern auch mit dem metallischen Nachwuchs. Egal ob DISMEMBER, NIFELHEIM oder GRAVE - Starallüren gibt es nicht, stattdessen angeregtes schwedisches Geschnatter, Austausch unter Kollegen und das eine oder andere Bierchen, um den Abend locker zu beginnen.
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| Solider Opener - SPAZMOSITY |
Locker wirken auch SPAZMOSITY, die den musikalischen Reigen an diesem Abend eröffnen. Zwar mit etwas wenig Bühnenlichtstärke, aber dafür mit gutem Sound ist es keine Überraschung, dass von Nervosität bei dem 1994 gegründeten Quintett nichts zu spüren ist. Routiniert und solide präsentieren die Stockholmer ihre Mischung aus Death und Black Metal, bei der nicht nur dank Schreihals Peter der schwarzmetallische Anteil stärker zum Zug kommt. Die Setliste entspricht genau der Auswahl auf der bandeigenen Myspace-Site und berücksichtigt sowohl "Purgatorio" und "Ocean of Flesh" vom 2003er-Demo "Storm Metal", als auch neueres Material wie "13 Miller`s Court", "March of Death" und das abschliessende "Regicide". Stilistisch lässt sich der Einfluss von DISSECTION nicht von der Hand weisen, allerdings fehlt SPAZMOSITY der letzte Götterfunken für deren Melodien und die entsprechende Gitarrenleistung. Applaus gibt es dennoch genügend. Einige im Publikum beginnen schon mit dem Aufwärmen der Nackenmuskulatur, während andere noch die Kehlen ölen und andere physische Aktivitäten auf später verschieben. Alles in allem kann die Truppe somit einen soliden Auftritt für sich verbuchen.
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| Old School Schweden Death: DEMONICAL |
Die kurze Umbaupause wird mit metallisch-ansprechendem Background-Sound gediegen unterlegt, ein Blick Richtung DJ macht klar, dass man mit Ola (GRAVE) hierfür den entsprechend kompeteten Kandidaten eingestellt hat. Inzwischen ist klar, dass der knapp über 200 Leute fassende Tantogården ausverkauft ist und einige der Anstehenden wohl nicht mehr in den Genuss dieses Konzertes kommen werden. Die Temperaturen im Innern sind denn auch schon merklich gestiegen, als DEMONICAL die Bühne entern. Schon der kurze Line-Check von Bassist Martin (CENTINEX) macht klar, dass trotz der Gründung vor zwei Jahren der alte Elchtod-Moder bei DEMONICAL regiert.
Dies überrascht bei einem Blick in die bandbezogenen Lebensläufe nicht wirklich - bis auf Sänger Widda waren sämtliche Mitglieder bei CENTINEX dabei und Aktivitäten bei GRAVE, DELLAMORTE oder REGURGITATE gehören bei den DEMONICAL-Mitgliedern ebenfalls dazu. Musikalisch bestimmt somit der old-schoolige Schweden-Death Vibe und die Gedanken an DISMEMBER kommen nicht nur wegen dem entsprechenden Gitarren- und Bass-Sound auf. Egal ob schleppende oder beschwingtere Parts - DEMONICAL haben die Meute vom eröffnenden "Suicide Throne" an fest im Griff.
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| Der Gastsänger aus der ersten Reihe: Matti Kärki (DISMEMBER) |
Mittlerweile gibt es im Club fast kein Durchkommen mehr. Lufttemperatur und –feuchtigkeit steigen in höhere Regionen auf ihrer Messskala. Der Bierkonsum weicht dem Vodkagenuss – kein Wunder, sind am Ende des Abends beide Getränkesorten ausverkauft. Irgendwo im heiteren Gewusel sind die Musiker des Abends mit dem Umbau beschäftigt und zwängen sich mit Kit und Kegel durch das Nadelöhr beim Eingang. Im Publikum macht sich die Vorfreude auf NECROPHOBIC breit. Hier und da finden Diskussionen zwischen Sammlern statt, welche über okkulte Übungsraummitschnitte aus den Demozeiten fachsimpeln. Andere unterhalten sich darüber, wie lange sie noch auf den "Hrimthursum"-Nachfolger warten müssen - schließlich ist auch das letzte Konzert in Stockholm schon einige Jahre her. Die ewige "Black oder Death"-Metal Diskussion ist hingegen weniger präsent - sei es weil es die Schweden nicht kümmert oder DJ HELLBE dies mit der eigens kreierten Stilbezeichnung "Blöds Metal" (ein Portmanteau aus "Black" und "Döds" Metal) für diesen Sprachraum hinreichend geklärt hat.
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| Leidenschaftliche Interaktion mit den Fans - NECROPHOBIC |
Und dieses ist voller Energie. Diese bindet das Publikum von der ersten Sekunde an die Band, welche in dieser Nacht mit alles einnehmender Leidenschaft einen sensationellen Gig spielt. Die Stimmung ist schon während dem starken Opener fast beängstigend ergreifend und spannungsgeladen. Die Ansagen auf Schwedisch lockern auf, ohne die Magie zu zerstören und egal ob "Taste Of Black" (vom "Bloodhymns"-Album), "Frozen Empire" oder "Into Armageddon" - das Stockholmer Publikum flippt komplett aus. Die überbordenden Gefühle werden mit Headbanging-Aktivitäten abreagiert, irgendwann landet auch noch ein Blumenstrauß auf der Bühne - Liebesgrüße aus Stockholm, die auch vor verzerrten Gitarren nicht Halt machen.
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| Teufel, Tod und Temperament - Tobias und Sebastian |
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| Seit 1989 hinter dem Kit - Joakim |
Fotos: Arlette Huguenin D.
Flyer: DJ Hellbe
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