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BLOODBOUND: Nosferatu

CD-Review vom 26.03.2006   drucken senden

cdreview - BLOODBOUND: NosferatuEs gibt verschiedene Faktoren, die ein gutes Album ausmachen, einer davon ist Originalität. Auf "Nosferatu", dem Debütalbum der Schweden BLOODBOUND, ist dieser eindeutig unterrepräsentiert, denn die Zutaten, die hier verwendet werden, sind alle altbekannt: BLOODBOUND bedienen sich unter anderem frech bei IRON MAIDEN, von denen sie die vielen zweistimmigen Gitarrenleads und den immer wieder auftauchenden galoppierenden Rhythmus geborgt haben, der von Drums, Bass und Rhythmusgitarre unisono gespielt wird. Dazu werfen sie in manchen Gitarrensoli noch einige dezente neoklassische Einflüsse ein, und hin und wieder erinnern die virtuosen, verspielten Leadgitarren auch an Bands wie NOCTURNAL RITES.

Trotzdem ist "Nosferatu" ein fantastisches Album, denn all diese Einflüsse werden auf eine derart frische Weise verarbeitet, dass BLOODBOUND es schaffen, selbst den Rezensenten, einen bekennenden Melodic Metal-Skeptiker, mitzureißen.

Derjenige, der dieses Album aber wirklich aus der Masse herausstechen lässt, hört auf den Namen Urban Breed. Der ehemalige TAD MOROSE-Sänger könnte mit seiner Wahnsinnsstimme und seiner Ausstrahlung wahrscheinlich auch noch ein durchschnittliches Album retten. Und auch das instrumental schon durchaus gutklassige "Nosferatu", das weniger durch herausragende Riffs auffällt, sondern sehr melodiebetont ist, wird erst durch Breed in die erste Liga katapultiert. Mit seinem ausdrucksstarken, eher amerikanisch klingenden Power Metal-Gesang - übrigens etwas weniger aggressiv als zuletzt bei TAD MOROSE - und grandiosen Gesangslinien, die sofort ins Ohr gehen, ohne den Nervfaktor und die Abnutzungserscheinungen der Melodien von HAMMERFALL und Co aufzuweisen, veredelt er die Kompositionen seiner Bandkollegen.

Über das Ziel hinaus schießen BLOODBOUND allein mit dem speedigen "Fallen From Grace", welches allzu sehr den Eindruck eines HELLOWEEN-Klons erweckt, zumal Urban Breed hier auch noch stimmlich recht nahe an Michael Kiske herankommt, ein Aspekt seiner Stimme, der bislang noch nie in Erscheinung getreten ist und nur zeigt, wie anpassungsfähig der Ausnahmesänger ist.

Ansonsten aber glänzt "Nosferatu" mit einer Vielzahl von melodischen Metal-Perlen, wobei besonders die erste Albumhälfte es mit den Ergüssen der Referenzbands locker aufnehmen kann. Zwar ist das Album überwiegend im hohen Tempo gehalten, dabei bewegt man sich aber dennoch in verschiedenen Geschwindigkeitsregionen von schnellem Midtempo bis zu wirklich speedigen Nummern wie "Crucifed" oder "For The King", und mit "Desmonamelia" hat man einen starken, eher getragenen Midtempo-Song strategisch günstig in der Mitte des Albums platziert. Auch sonst geizen die Stücke nicht mit Dynamik, etwa durch enorm stimmungsvolle cleane Intros, wie sie im Titelsong oder dem abschließenden "On The Battlefield" zu hören sind.

BLOODBOUND zeigen, wie man, auch wenn man sich seinen Sound derart offensichtlich bei anderen Bands zusammenklaut, richtig gute, mitreißende Musik machen kann. Dass "Nosferatu" ein Debütalbum ist, sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich um ein ausgereiftes Werk von erfahrenen Musikern handelt, denn nicht nur Breed, der zehn Jahre Frontmann von TAD MOROSE war, ist ein alter Hase, auch Gitarrist Tomas Olsson und Bassist Fredrik Bergh, sind schon lange im Geschäft und veröffentlichten mit STREET TALK einige AOR-Alben. "Nosferatu" ist dennoch ein lupenreines Metal-Album, bei dem Fans des Genres ohne zu zögern zugreifen können.

Veröffentlichungstermin: 24.02.2006

Spielzeit: 52:58 Min.

Line-Up:
Urban Breed - Gesang
Fredrik Bergh - Keyboards und Bass
Tomas Olsson - Gitarren
Oskar Belin - Schlagzeug

Produziert von Tomas Olsson und Fredrik Bergh
Label: Metal Heaven

Homepage: http://www.bloodbound.se


Email-Adresse der Band: bloodbound@dynamicform.se

Tracklist:
1. Behind The Moon
2. Into The Dark
3. Nosferatu
4. Metal Monster
5. Crucified
6. Desmonamelia
7. Fallen From Grace
8. Screams In The Night
9. For The King
10. Midnight Sun
11. On The Battlefield



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