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SALTATIO MORTIS: Manufactum

CD-Review vom 05.03.2005   drucken senden



cdreview - SALTATIO MORTIS: ManufactumNach insgesamt vier Studioalben darf man ruhig mal eine Live-Scheibe veröffentlichen, besonders wenn man bereits so viele Konzerte gegeben hat wie die Spielleute von SALTATIO MORTIS. Glücklicherweise war die Band weise genug, dieses nicht in Rock-Besetzung einzuspielen, sondern allein mit akustischen Instrumenten auf dem Mittelaltermarkt zu Telgte. Folglich gibt es auf "Manufactum" ausschließlich Stücke der beiden akustischen Alben, "Tabernakel" und "Heptessenz", zu hören, welche größtenteils ohne Gesang auskommen - und das ist auch gut so, denn gerade live sind SALTATIO MORTIS, so die Erfahrung des Rezensenten, gesangstechnisch extrem schwach.

Die typische Atmosphäre eines SALTATIO MORTIS-Konzertes wird auf "Manufactum" hervorragend eingefangen. Die Energie, die die Formation mit ihren Trommeln, Dudelsäcken und Schalmeien freisetzt, kommt dank des transparenten und druckvollen Sounds sehr gut herüber. Die Musiker schaffen es, durch gute Arrangements und eine ausgefeilte Percussion keinerlei klangliche Lücken entstehen zu lassen. Die Musik der acht Spielleute ist wild und roh, das wird auf diesem Live-Album sehr gut deutlich bei tollen Stücken wie den flotten "Heptessenz", "Theophanus Tanz" oder "In Taberna", bei denen man zudem hören kann, wie das Publikum ausrastet. "In Taberna" gehört jedoch auch zu den wenigen Stücken mit Gesang, und wie befürchtet ist dieser sehr schwach ausgefallen. Wie auch beim vergleichsweise ruhigen "Desous le pont de Nantes" ist dieser unsauber bis schief und ziemlich schwachbrüstig.

Was allerdings viel mehr stört ist die Tatsache, dass genau wie bei den Auftritten natürlich auch diesem Mitschnitt jegliche Spontaneität fehlt. Wer die Band bereits mehrfach live gesehen hat, kennt die Ansagen auswendig. Sie jetzt noch einmal auf dem Live-Album hören zu müssen, erscheint wenig attraktiv, und auch die anzüglichen Witze, die beim ersten, vielleicht auch zweiten Mal je nach Geschmack noch ganz amüsant sind, verlieren irgendwann ihren Reiz. Zum Glück wurde jeder Ansage ein eigener Track spendiert, so dass man sich die CD auch entsprechend programmieren und allein die Musik genießen kann.

Wer sich schon immer mal einen Auftritt von SALTATIO MORTIS nach Hause holen wollte, darf zuschlagen, sollte dabei aber keine Überraschungen erwarten. Sehr nett ist auf jeden Fall das Booklet, in welchem die komplette Crew mit Fotos vorgestellt und somit für ihre Arbeit gewürdigt wird.

Veröffentlichungstermin: 31.01.2005

Spielzeit: 61:33 Min.

Line-Up:
Alea der Bescheidene
Die Fackel
Dominor der Filigrane
Falk Irmenfried von Hasen-Mümmelstein
Lasterbalk der Lästerliche
Thoron Trommelfeuer
Ungemach der Missgestimmte

Produziert von Lutz Demmler
Label: Napalm Records

Hompage: http://www.saltatiomortis.de


Tracklist:
1. Merseburger Zauberspruch
2. Ansage "Rotkäppchen"
3. Chaperon Rouge
4. Ansage "Siebenfache Essenz"
5. Heptessenz
6. Ansage "Theophanu"
7. Theophanus Tanz
8. Ansage "Letzte Jungfrau"
9. Belicha/Bärentanz
10. Ansage "Alhambra"
11. Cantiga Alhambra
12. Ansage "Tanz der Könige"
13. Danza del Rey
14. Ansage "Es lebe die Jugend"
15. Desous le pont de Nantes
16. Ansage "Wolf, Hase und Fuchs"
17. Leporina Venatio
18. In Taberna
19. A Kenavo/Drunken Sailor/Da Que Deus
20. Abschied 1
21. Palästinalied
22. Abschied 2
23. Saltatio Mortis



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